Warum „Point of no return“? Das Auto ist im Zollhafen eingeschlossen und kommt nächsten Montag aufs Schiff, wir haben also keinen Zugriff mehr darauf. Zumal es in Hamburg steht. Das ist von uns aus eine Weltreise (630km) und momentan kann man nicht genau sagen wie man hin kommen soll, denn vor Ostern ist anscheinend Streiksaison. Wenn wir jetzt zurückrudern müssen, aus welchen Gründen auch immer, wird das sehr teuer. Also keine Planänderung mehr!
Hamburg – Schöne Stadt, seltsame Menschen

Zum Abgeben des Autos bin ich nicht mitgefahren. Ich habe jedoch so einiges gehört, das ich Euch berichten möchte.
Rainer mag Hamburg sehr, also ist er schon am Samstag losgefahren, damit er den Samstag Abend und den ganzen Sonntag für Hamburg zur Verfügung hat.
Es gibt da einen Wohnmobil Stellplatz in der Nähe des Hafens, mit einer guten Anbindung an die Öffentlichen Verkehrsmittel.
Das Wetter hat mitgespielt, so standen einer Hafenrundfahrt nur die Vielzahl der Touristen mit der gleichen Idee im Wege. Es war knalle voll und die Wartezeiten ewig. So wurde eher eine Rundfahrt mit den Öffis und ein ausgiebiger Stadtrundgang daraus. Zwei Dinge sind in dem schönen Hamburg dann leider doch aufgefallen. (Nicht, dass dieses Verhalten nur in Hamburg auftaucht.)
Das wild Pinkeln nimmt zu und die Scheu, dass man dabei gesehen wird, ist anscheinend deutlich zurückgegangen. Also pinkeln hinter einer halbhohen Mauer mit Augenkontakt zu Fremden, die gerade aus der U-Bahn kommen, muss man mögen.
Zank in der U-Bahn. Einer öffnet eine Flasche und spritzt dabei den Gegenüber im feinen Sonntagsstaat voll. Der schnauzt: „Mensch pass doch auf“ woraufhin sich der „Flaschenöffner“ so in Rage schimpft, bis ihn seine Bekannten wegzerren. Ist nicht so dramatisch, versaut einem aber irgendwie dann doch die Laune.
Von der Auto Anlieferung zum Kaffee trinken

Im Vergleich dazu war der Montagmorgen erfreulich gut organisiert und mit netten Menschen besetzt.
Wie in der Anweisung von SeaBrigde aufgeführt fährt man an den Unikai Terminal „O`Swaldkai“, Schuppen 48. Dort stehen drei Automaten, beim Drücken der Taste „D Fahrzeuge“, gibt es eine Wartenummer (wie beim Metzger oder der Führerscheinstelle). Wird die Nummer auf den Anzeigetafeln im Warteraum angezeigt, geht es eine Treppe hoch. Dort am Schalter gibt es dann den Anlieferbeleg, einen Lageplan und einen Pager. Wenn der piepst fährt man zu dem angezeigten Tor, scannt den Barcode auf dem Anlieferbeleg ein, die Schranke öffnet sich und dann geht es zum blauen Container der „Anmeldung zur PKW Anlieferung“. Dort ist dann ein Mitarbeiter, der das Auto von Außen inspiziert, schaut ob alle Schlüssel so passen wie sie sollen, das Auto ab schließt und den Shuttle holt, damit man zum Hafeneingang zurückkommt. Damit ist die Sache erledigt. Ein paar Schritte weiter gibt es dann einen netten Kiosk, wo man in Ruhe einen Kaffee trinken und nette Gespräche führen kann.
Das Abenteuer wartet
Die Vorbereitungen sind jetzt also abgeschlossen. Noch ein kurzer Zwischenstopp bei unserem Hausarzt um die verschreibungspflichtigen Medikamente, für die Grenzkontrolle, bestätigen zu lassen. (Der ADAC hat da übrigens ein schönes Formular zum Download und ausdrucken.) Wir sind jetzt abflugbereit.
Das hat zumindest für mich zwei Seiten: zum einen würde ich lieber heute als morgen losziehen. Es kribbelt und flattert im Bauch und jeden Tag habe ich Horrorvorstellungen davon, dass ich irgendetwas furchtbar wichtiges vergessen habe. Zum anderen habe ich alles was zu erledigen war erledigt und für den Garten ist es mir noch zu kalt. Kurz und gut: „Mir ist langweilig“.
Was die ganze Zeit noch als schöner Traum und weit entfernter Plan in der fernen Zukunft lag, wird jetzt Realität. Die Garage ist leer und sobald am Montag den 18.03. das Auto auf dem Schiff ist gibt es kein zurück mehr.

