Oder, um es genauer zu beschreiben: Navajo Land.
In diesem Blog werde ich mit euch thematisch und geografisch ein wenig hin und her springen. Ich zeige die Bilder und erzähle die Geschichte in der zeitlichen Reihenfolge, in der wir gefahren sind. Ja, wir sind ein bisschen im Zickzack gefahren. Also schnallt euch an, bis das „Fasten Seat Belt“-Zeichen erloschen ist.

Arizona

Nach dem Besuch im Bryce Canyon haben wir uns auf den Weg zum Grand Canyon gemacht. Ich glaube, ich muss nicht betonen, wie großartig und faszinierend die Landschaft hier ist. In diesem Blog werde ich mehr Bilder zeigen als Worte machen – oder es zumindest versuchen.

Grand Canyon National Park

Grundsätzlich hat der Grand Canyon mehrere Eingänge – einen in jeder Himmelsrichtung. Der North, South und East Entrance gehören zum staatlichen Nationalpark. Der West Entrance liegt auf dem Land der Navajo und wird von ihnen betrieben und vermarktet. Es ist bei Weitem der spektakulärste, aber auch der teuerste Eingang. Hier gibt es einen gläsernen Weg über die beeindruckende Schlucht. Wer keine Höhenangst hat, sollte das Geld investieren und sich den Skywalk über dem Canyon unbedingt anschauen.

Wir sind von Norden gekommen, daher war unser erster Halt am Grand Canyon der North Rim. Das Gebiet rund um den nördlichen Rand des Canyons ist sehr grün und bewaldet. Wie in allen Nationalparks gibt es auch hier ein Visitor Center. Auf dieser Seite befindet es sich in einer riesigen, rustikalen Lodge. Die Lodge beherbergt zusätzlich ein großes Restaurant, einen Imbiss und einen Andenkenladen. Natürlich gibt es auch einen Aufenthaltsraum mit einem offenen Kamin und hohen, bodentiefen Fenstern, durch die man über den Canyon blicken kann. Zum Übernachten stehen den Gästen entweder Zimmer in der Lodge oder eine der vielen kleinen Hütten zur Verfügung. Mir hat es sehr gefallen – leider war es nicht meine Preisklasse.

Am nördlichen Rand kommt man seltener direkt an die Schlucht, um in die Tiefe zu schauen. Trotzdem ist die Aussicht überwältigend.

Auf manchen Bildern kann man einen Schleier in der Luft erkennen. Besonders in der Mittagshitze war der Dunst deutlich sichtbar, obwohl keine Feuchtigkeit in der Luft lag. Die Erklärung dafür fand sich auf großen Infotafeln: Diese Verschmutzung stammt aus großen Städten wie Los Angeles und San Diego. Sie zieht über 850 Kilometer weit und bleibt schließlich in den Schluchten des Grand Canyon hängen.

Vermilion Cliff

Ein Cliff war für mich immer etwas, auf dem man steht und dann tief ins Meer springt – oder, für die weniger Abenteuerlustigen, ein hoher Felsen, von dem man auf das Meer hinabblickt. Doch hier gibt es Cliffs an Land. Sie begrenzen eine Hochebene.

Es war übrigens genauso heiß, wie es aussieht – kuschelige 36 Grad und kein Baum in Sicht. Trotzdem haben Menschen hier gelebt. Die Felsenhütten sind zwar alt, aber nicht historisch.

Ein echtes Highlight in den Cliffs haben wir ausgelassen: „The Wave“ – eine wellenförmige Formation im Sandstein. Leider gibt es strenge Besuchsrestriktionen, und die Plätze sind auf Monate bis Jahre im Voraus ausgebucht. Die Bilder aus dem Antelope Canyon werden jedoch einen Eindruck davon vermitteln, wie „The Wave“ aussieht.

Navajo Bridge

Was aus der Höhe noch wie eine flache, zusammenhängende Ebene wirkte, entpuppte sich beim genaueren Hinsehen als Täuschung. Die gesamte Landschaft ist von kleineren und größeren Furchen durchzogen. Ausgetrocknete oder noch wasserführende Flüsse zerschneiden die Fläche. So entstand auch dieses beeindruckende Brückenkunstwerk auf Navajo-Land – daher der Name. Den Fluss kennen wir bereits, und er wird uns noch länger begleiten: der Colorado River.

Ich glaube, ihr könnt jetzt auch sehen, warum ich mit dem Schwimmen im Fluss so zögerlich war.
Allerdings ist es mir gelungen, ein Bild von der Spezies „Reisemobil Amerikanskis“ zu machen: fünf Zimmer, Küche, Bad mit eigenem PKW im Schlepptau und, wie man sehen kann, zwei Klimaanlagen. Auf den Campingplätzen mit „Full Hook Up“ (Strom, Wasser und Abwasser) stehen diese Wohnmobile dann, wie bei uns am Busbahnhof. Für die Touristen ist das in Ordnung, denn ins Freie setzt sich da eh niemand – es gibt ja keine Klimaanlage draußen.

Horseshoe Bend

Das nächste Ziel auf unserer Reise ist die Stadt Page. Sie liegt im Mittelpunkt verschiedener sehenswerten Naturphänomene. Das Land um Page ist BLM-Land, und so hatten wir keine Probleme, ein kostenloses Plätzchen zum Übernachten zu finden. Auch wenn alles ganz flach aussieht, gibt es doch immer die eine oder andere Vertiefung, die etwas Privatsphäre garantiert. Allerdings gibt es keinen Schatten!

Die Ebene birgt einige Geheimnisse, zum Beispiel das hier: Von der Straße aus ist der Horseshoe Bend nicht zu sehen, und doch ist er riesig.

Wir sind wieder ganz früh aufgestanden, um der Hitze aus dem Weg zu gehen. Natürlich sind wir nicht die einzigen. Ich bin immer wieder erschrocken, mit welchem Gottvertrauen sich einige Menschen auf die Felsen außerhalb der Absperrung über den Abgrund stellen, nur um ein paar knallige Fotos für die sozialen Medien zu bekommen. Mir wurde schon schwummrig, nur beim Zuschauen.

Natürlich gibt es auch Kanutouren mit Übernachtung im Horseshoe Bend, und wenn man ganz genau in die Tiefe schaut, sieht man die bunten Kanus am Flussufer liegen.

Glen Canyon Dam und Wahweeh, Lake Powell

Wegen der Hitze und des fehlenden Schattens außerhalb der Stadt haben wir die Nachmittage oft in der Stadt auf Parkplätzen mit Bäumen verbracht. Wir waren nicht die einzigen.

Lake Powell ist ein großer Stausee, der durch den Glen Canyon Dam aufgestaut wird. Wieder ist es der Colorado River, der es ermöglicht, dass Siedlungen und Städte in der Wüste existieren.

Beim Bau des Damms hat man versteinerte Fußspuren von Dinosauriern gefunden und diese vor dem Wasser in Sicherheit gebracht.

Ein weiterer unerwarteter Luxus ist das große Angebot an Freizeitaktivitäten am Stausee. Von Camping- über Grill- und Picknickplätzen gibt es alles. Natürlich auch alles, was mit Booten zu tun hat: Wasserski, Jetski und Miet-Hausboote. Das Wichtigste aber: Badestrände! Auf dem ersten Bild seht ihr Lake Powell mit dem Dam im Hintergrund, und auf dem zweiten Bild sieht man mich beim Schwimmen, hinter den Enten und vor den Bojen. In den Stauseen wird das Wasser wieder sehr sauber und hat Trinkwasserqualität, worüber ich sehr glücklich war.

Lower Antelope Canyon

Für mich ist es eines der absoluten Highlights.

Die meisten von uns haben noch die Microsoft-Bildschirmschoner im Kopf, mit den wunderschönen roten Sandsteinwellen. Das ist der Lower Antelope Canyon. Es handelt sich um einen Slot Canyon, der nicht sehr weit ist und nur durch Wind und ein wenig Wasser in den Felsen geschnitten wurde. Von oben ist er kaum sichtbar, aber wir konnten bereits sehen, was diese Landschaft alles verstecken kann. Auch hier handelt es sich wieder nicht um einen staatlichen Nationalpark, sondern um Navajo-Land, das unter Navajo-Management steht. Man kann nur mit einem Navajo-Begleiter hinein und auch nur mit einer vorherigen Buchung.

Obwohl es sehr voll war und die Gruppen im 15-Minuten-Takt in den Canyon hinunterkletterten, gelang es den Begleiter*innen immer, so zu steuern, dass genug Zeit und Platz zwischen den Gruppen war, um Fotos machen zu können. Genießt die Bilder!

Natürlich versucht jeder, Fotos ohne Menschen zu machen, aber so sieht es ohne Tricks aus.

Auch der Aufstieg aus der Unterwelt war nicht ohne, und ich bin froh, dass ich nicht stecken geblieben bin.

Der Satz ist grammatikalisch korrekt und benötigt keine Änderungen. Wenn du möchtest, kann ich ihn jedoch leicht umformulieren, um die Aussage zu variieren:

„Der Aufstieg aus der Unterwelt war ebenfalls nicht ohne, und ich bin froh, dass ich nicht stecken geblieben bin.“

Wenn du weitere Anpassungen oder einen anderen Satz hast, den du korrigiert haben möchtest, lass es mich wissen!

Route 66

Für jeden Auto- und Motorradfan ist es ein Muss! Leider existieren nur noch wenige Abschnitte der Route 66 im Original. Die größten Teile der Strecke sind durch Interstates (Autobahnen) ersetzt worden. Trotzdem ist sie nach wie vor die Haupttransitstrecke, wenn man mit dem Auto oder LKW aus den Industriegebieten an den großen Seen (z. B. Detroit) nach Kalifornien fährt.

Es gibt jedoch einige Orte, an denen der Mythos Route 66 noch existiert und zelebriert wird. Einige sind leicht angestaubt und in die Jahre gekommen, wie wir alle eben auch, und trotzdem sind sie (wir) faszinierend und voller Charme.

Flagstaff

Unser erster Halt war in der kleinen Stadt Flagstaff. Sie hat eine kleine, aber feine Fußgängerzone und hübsche Plätze.

Ganz typisch für den amerikanischen Kontinent sind die Wandmalereien (Murals). So wird mancher düstere Hinterhof gleich viel freundlicher.

Auf dem Weg nach Flagstaff haben wir an einem Aussichtspunkt angehalten. Man hatte einen großartigen Blick über die weite Ebene. Aber wir waren nicht die Ersten – seht selbst.

Grand Canyon South Rim

Dieser Teil des Grand Canyon Nationalparks ist wesentlich stärker besucht als der Nordrand. Wir haben mit viel Mühe gerade noch einen Parkplatz bekommen. Auch das Wetter hat einmal mehr deutlich gemacht: Oktober ist in Arizona noch lange kein Grund, nicht auf Hitze vorbereitet zu sein.

Die Wege waren sehr gut angelegt, und alles war absolut barrierefrei – etwas, das man in Europa lange suchen muss. Nur auf die Felsspitzen zu gelangen, war dann nur noch zu Fuß möglich.

Der Blick aus der Höhe ist faszinierend. Es gibt sogar geführte Jeep- oder ATV-Touren, mit denen man bis an den Fluss herankommt.

Grand Canyon Junction und Seligman

Grand Canyon Junction ist ein kleiner Ort an der Interstate-Abfahrt zum Grand Canyon South Entrance. Eigentlich ist es nichts Besonderes: Wüste, ein paar Hotels und ein „Gift Shop“. Wenn dieser Laden nicht eine Hommage an die 50er Jahre und an die Route 66 wäre!

Nicht nur sieht man von weitem schon die schönen, gepflegten Oldtimer stehen, sondern es ist auch ein zentraler Schauplatz für die Künstler aus der Umgebung. Ich fand die lebensgroßen Metallstatuen von Cowboys und Indianern in der Kutsche oder auf ihren Pferden einfach großartig.

Nur um keine Verwirrung aufkommen zu lassen: Die Autos hat Rainer fotografiert, ich die Plastiken und den riesigen Türkis.

Im Geschäft konnte man Navajo-Silberschmuck von Künstlern aus der Umgebung kaufen oder ihn sich individuell anfertigen lassen. Das Beste war jedoch die Einrichtung und die Auslagen des Ladens: eine bunte Mischung aus 50er-Jahre-Kitsch, die von billigen Plastik-Aschenbechern bis hin zu lebensgroßen Marilyn- und Elvis-Figuren reichte. Was kann ich sagen? Ich habe eine Weile gebraucht, bis ich wieder draußen war.

Der nächste Ort auf der alten Route 66 war Seligman: klein, verschlafen und voller versteckter Schätze.

Alles ist schon ein bisschen heruntergekommen, aber dennoch liebevoll eingerichtet und „halbwegs“ gepflegt.

Im letzten Geschäft habe ich die alte BMW gefunden. Als ich die Verkäuferin danach gefragt habe, hat sie mir geantwortet: „Das ist kein Wunder, der Großvater des Chefs ist aus Düsseldorf und hat sie von dort mitgebracht, als er ausgewandert ist.“ Tja, die Welt ist doch klein. Mein Papa hatte auch so eine, nur mit zwei Sätteln, denn die Mama sollte ja auch mitfahren.

Kingman, die nächste Stadt auf der ursprünglichen Route 66, war schon wieder sehr groß und sehr modern. Leider ist dabei auch der Zauber der 50er-Jahre ein bisschen verloren gegangen.

So, und damit höre ich für heute auf. Ich habe mich entschieden, den letzten Teil der USA doch noch einmal zu trennen. Es waren mittlerweile über 15 Seiten reiner Text – das kann man niemandem zumuten. Zu viel Input! Aber ihr werdet nicht verschont. Es wird noch einen weiteren Beitrag zu Kalifornien, Nevada und dem zweiten Teil Arizonas geben.
LA und Las Vegas, wir kommen!

Bis bald und viele liebe Grüße,
Antje


Eine Antwort zu „Arizona”.

  1. Avatar von jibayer
    jibayer

    Hi ihr Zwei, tolle Bilder und wieder ein launiger Bericht 😍….der Lower Antelope Canyon ein Traum, für mich als Platzangst-Neurotikerin unerreichbar 😂🙈….schau da nochmal über deinen Text mit dem steckenbleiben, ich glaub da hat die KI zugeschlagen 🙈. Schöne Bilder von den Hot Rod, war ja auch mal unsres…haben unseren 29er Ford aber letztes Jahr verkauft und haben jetzt einen alten very british Morris Traveller. Freu mich auf den nächsten Blog, passt auf euch auf und geniesst die Zeit. L.G. Ilona und Jürgen

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