Kurz zur Erinnerung – ich weiß, es ist schon wieder viel zu lange her.
Nachdem wir unser Auto in Panama in den Container gepackt hatten, sind wir ins Flugzeug gestiegen und nach Cartagena in Kolumbien geflogen. Nach einem kurzen Flug sind wir dort bei strahlendem Sonnenschein gelandet.

Cartagena
So schnell ist das Schiff mit dem Auto natürlich nicht. Es dauert ein paar Tage. Das ist die Gelegenheit, das berühmte Cartagena zu besichtigen. Spätestens seit dem Film „Die Jagd nach dem grünen Diamanten“ mit Kathleen Turner und Michael Douglas hatte ich eine ganz eigene Vorstellung von der Stadt. Rainer hat ein kleines, aber sehr schönes Hotel in der Altstadt gefunden – direkt an der Stadtmauer, gegenüber des Castells (ohne Krokodile). Eine kleine Küchenzeile und ein Rooftop-Pool – da bleiben keine Wünsche offen.



An einem Sonntag während unseres Besuchs war das Hotel sogar die seitliche Begrenzung eines Basketballfeldes. An keiner anderen Stelle war die Straße breit genug für ein Spiel. Die Begrenzungen wurden mit Kreide auf die Straße und das Gras gemalt, und die Mannschaften traten in voller Uniform gegeneinander an. Dass es hier mitten im Spielfeld eine Bordsteinkante gab und eine Hälfte des Spielfeldes aus Asphalt und die andere aus Gras bestand, hat niemanden gestört. Das blaue Haus ist übrigens unser Hotel.

Von der Stadtmauer aus hat man einen grandiosen Rundblick auf die Stadt.





Trotz der Hitze – und ihr könnt mir glauben, die war wirklich unheimlich drückend – haben wir die Altstadt zu Fuß erkundet. Mit dem Auto (in diesem Fall einem Taxi) ist man noch langsamer unterwegs. Egal, wie eng die Gassen auch waren, es stand immer jemand am Rand geparkt, und irgendein LKW musste unbedingt hineinfahren.









Cartagena war einer der Hauptumschlagplätze im Sklavenhandel. Die Kultur der Stadt hat daher mehr afrikanische als europäische Wurzeln. Das ist in der Altstadt bei jedem Schritt zu spüren. Die bunten Häuser, die Straßenhändler und die Musik aus allen Fenstern sprechen alle von der afrikanischen Geschichte der Stadt. Natürlich ist auch das Essen eine „Fusion Cuisine“ mit starken afrikanischen Einflüssen. Es ist laut, es ist bunt, vor allem ist es lebendig. Allerdings kann man beim Straßenhändler auch mal schnell 20 $ für ein bisschen Obst (sah wirklich gut aus) ausgeben. „Augen auf beim Obstkauf“, sozusagen.













Das Thema mit der Gelbfieberimpfung hat uns immer noch umgetrieben. Sobald man sich in der Stadt irgendwo im Schatten aufhielt, kamen sofort die Moskitos angeflogen. „Aufdringliche kleine Biester.“ Wir wussten, dass wir ja auch noch eine Weile in diesem Klima unterwegs sein würden. Dazu kamen dann auch noch die Neuigkeiten, dass man ohne gültige Gelbfieberimpfung nicht mehr nach Ecuador einreisen darf.
Wir haben also den Entschluss gefasst, doch noch einmal nach einer offiziellen Stelle zu suchen, die uns impft. Fündig wurden wir bei einem privaten Institut. Ich habe einen Zettel vorbereitet, auf dem in etwa stand: „Wir sind über 60, wollen aber unbedingt geimpft werden, da wir weiter nach Ecuador reisen. Wir unterschreiben gerne, dass wir die eventuellen Nebenwirkungen kennen und die volle Verantwortung dafür übernehmen, sollte etwas schiefgehen.“ Das, und umgerechnet 34 € pro Person, hat die Entscheidung für die Ärzte leichter gemacht. Nach der Impfung sind wir sofort ins Hotel, es könnten ja Nebenwirkungen auftreten. Na ja: nichts, nada, niente. Noch nicht einmal der Einstich hat wehgetan. Das Glück ist mit den Doofen!
Tatsächlich kam dann auch sehr zeitnah die Nachricht, dass wir unser Auto im Hafen abholen können. Wir haben uns mit unserem Containerbuddy zusammen telefoniert und sind in Begleitung des kolumbianischen Partners der Overland Embassy an den Hafen gefahren. Dort bekamen die Fahrer Warnwesten, Helme und Sicherheitsschuhe, bevor sie das Hafengelände betreten durften. Das Lösen der Verschnürungen im Container haben die Hafenarbeiter übernommen. Der Job ist wirklich nur etwas für die ganz Beweglichen und Zierlichen.



Eigentlich sollte danach das Hinausfahren aus der Stadt schnell erledigt sein. Aber na ja, wir hätten es wissen müssen. Nicht nur in der Altstadt wird um jeden Zentimeter zwischen den Fahrzeugen gekämpft, in den Randbezirken ist das genauso. Mehr Spuren bedeutet nur, dass noch mehr Autos nebeneinander stehen. Grundsätzlich sind die Fahrspuren immer mit +1,5 belegt. Das bedeutet: zwei Spuren, drei Autos nebeneinander, und dann passt immer noch ein Moped rein. Der Vorteil ist, dass man zum Einkaufen nicht aussteigen muss. Die Straßenhändler stehen so nah an oder in der Straße, dass man die Wünsche durch das Autofenster ruft, die Ware erhält und bezahlt, um dann weiterzufahren, sollte der Verkehr gerade rollen. Zeitlich gar kein Problem, der Verkehr rollt eigentlich nie.



Schließlich haben wir es doch noch bis zum Campingplatz geschafft. Er gehört einem französischen Auswandererehepaar und war früher einmal eine Mangoplantage. Am nächsten Morgen kamen die Leute aus der ganzen Nachbarschaft zum Mangosammeln, natürlich mit Erlaubnis des Besitzers. Eine echte Win-win-Situation: Für die Leute waren es genug Mangos, um sie auf dem Markt zu verkaufen, und der Besitzer musste nicht andauernd faule Mangos auflesen. Gott sei Dank war außerhalb der Stadt die Hitze nachts nicht mehr so drückend, und wir konnten gut schlafen.

Mompos
Vom Meer weg sind wir schnurstracks in Richtung Berge und vor allem in kühlerere Luft gefahren. Dabei haben wir ein riesiges, absolut erstaunliches Seen- und Flussgebiet durchquert. Breite Flüsse mit elegant geschwungenen Brücken. Alles steht immer irgendwie unter Wasser oder ist matschig. Die Fischer sind auf breiten, flachen Booten über die Überschwemmungsgebiete gefahren bzw. gestochert.







Mit den Hunden rennen auch die Hausschweine über die Straßen.

Área Natural Única Los Estoraques, La Playa de Belén
Unser nächstes Ziel war ein Nationalpark in den Bergen, weg von der lauten und chaotischen Stadt. Schmale Straßen mit engen Kurven und Spitzkehren, in denen die LKW-Fahrer oft rangieren mussten, um aneinander vorbeizukommen. Überholen in den Kurven, gefährlich? Ach was, einer bremst immer. Mit der Zeit hat man sich daran gewöhnt, und es wurde managbar. Die eigentliche Herausforderung waren die ganzen Mopedfahrer, für die nicht eine der üblichen Verkehrsregeln gilt. Vergessen darf man auch nicht die „Schlaglöcher“. Sie tauchen immer plötzlich in einer sonst einwandfreien Asphaltdecke auf, mindestens 20 cm tief und manchmal quer über die ganze Fahrbahn. So verteilt, dass sie immer genau dann auftauchen, wenn man gerade mit der Konzentration etwas nachgelassen hat.
Es kann aber auch sein, dass es nicht nur Löcher sind, sondern dass die ganze Straße einfach ein paar Meter den Hang hinuntergerutscht ist. Das wird dann einfach mit ein bisschen Kies und Sand aufgeschüttet, und fertig ist die Straße wieder. Ganz besonders tückisch sind die Stellen, die so aussehen, als hätte jemand ein paar Pflanzen mitten auf die Straße gepflanzt. Dort fehlt dann die Straße komplett. Sie ist einfach den Hang hinuntergerutscht, und die Bäume und Sträucher wachsen schon wieder hoch.
Im Regelfall haben wir einfach nicht überholt und sind hinter den LKW die Hänge hochgezockelt. Eine Ausnahme gab es allerdings: Wenn der LKW vor uns Hühner transportierte, musste eine Lösung gefunden werden. Zum einen taten uns die armen Tiere leid, die in ihren Käfigen in der Hitze durchgeschüttelt wurden, und zum anderen stinken sie bestialisch.
Die Gefahrenquellen auf den Straßen erweitern sich, je weiter man in ländliche Gebiete kommt. Man trifft auf langsame und auch extrem lange LKW, andere Autofahrer, Mopedfahrer ohne Angst, Hunde, Esel, Schweine und freilaufende Hühner. Viele Hühner, jede Hütte am Straßenrand hat Hühner. Und dann gibt es noch den seit Mexiko gefürchtetsten Gegner auf der Straße: die „Collectivos“. Das sind öffentliche Verkehrsmittel (Sammeltaxis), meist in Form kleiner Vans. Es gehen aber auch große Busse, Tuktuks, Pick-ups, bei denen man auf der Ladefläche sitzt, und sonst alles, was einen Motor hat. Sie überholen, um dann zwei Meter vor einem wieder abzubremsen, damit eine Großfamilie mit säckeweise Gepäck einsteigen kann. Dann fahren sie wieder los und überholen erneut. Und siehe da: Natürlich steht da schon der nächste Fahrgast mit zwei Ballen Heu, der einsteigen will.




Angekommen in dem kleinen, typischen Bergdorf Playa de Belén sind wir über eine unbefestigte Straße zu dem Naturschutzgebiet gefahren. Übernachten konnten wir ohne Probleme auf dem großzügigen Parkplatz.



Am nächsten Morgen sind wir mit der Kamera in der Tasche losgezogen. Die Wege im Park waren leicht zu finden und alles war gut ausgeschildert. Der Park ist eine erstaunliche Mischung aus vom Wetter erodierten Felsen und Schluchten, die durch Wind und Wasser ausgewaschen wurden. Je weiter wir hineingingen, desto mehr hatte man das Gefühl, in einen Irrgarten zu laufen. Nach jeder Ecke konnten wir neue Schluchten und Höhlen entdecken, die manchmal kahl und nackt und dann wieder wie ein Dschungel bewachsen waren. Zwischendurch hatten wir Gesellschaft von zwei Hunden vom benachbarten Bauernhof, die uns ein ganzes Stück begleitet haben und uns in jede Schlucht vorausgelaufen sind.











An einem der Canyons steht ein Schild, und jeder Disney-/Encanto-Fan weiß sofort, was gemeint ist: „Diese Schlucht (Gully) war die Inspiration für das Zimmer von Bruno im Film Encanto (Disney).“


Überraschend war auch die einsame Kuh, die sich strategisch so an einer kleinen Brücke platziert hatte, dass jeder Wanderer, der vorbeikam, ihr ein paar Schmuseeinheiten geben musste.



Bei der letzten Begegnung auf dieser Wanderung habe ich aufs Streicheln verzichtet. Sehr schön, aber igitt: In einem alten Reifen hatte sich ein Tausendfüßler eingerichtet.

Weiter ging es durch die Berge zu unserem nächsten Übernachtungsplatz an einem Fluss. Manchmal hatten wir den Eindruck, als würden wir gerade durch die Alpen fahren, ein anderes Mal war alles wieder völlig fremd. Beim Anblick der vielen noch funktionierenden R4 wurde mir richtig nostalgisch ums Herz, und ich habe an meinen eigenen alten R4 gedacht, der immer irgendetwas hatte, aber immer Spaß gemacht hat.









Die Ausblicke sind atemberaubend, und diese grüne Bergwelt mit ihren Urwäldern hat sich viel Ursprünglichkeit bewahrt. Wir haben uns über Serpentinen langsam, aber sicher immer weiter die Berge hinaufgeschraubt. An einer Stelle wurden wir dann noch einmal nachdrücklich daran erinnert, dass Berge unberechenbar sind.


Barichara
Es ist eine kleine Stadt, die hoch oben auf einem Felsplateau liegt. Aufgrund der Architektur und des geschichtlichen Erbes ist sie eines von elf kolumbianischen „Pueblo Patrimonio“. Barichara ist auf Tourismus ausgelegt und hat eine gute Infrastruktur mit kleinen Hotels, Restaurants und Einkaufsmöglichkeiten.












Die Kirchen sind wie überall in Südamerika blitzblank und prunkvoll ausgestattet. Es geht immer sehr steil bergauf und bergab. Zum Glück gibt es überall bunte Tuktuks, die Taxidienste übernehmen und die erschöpften Touristen wieder in ihre Hotels (oder auf den Campingplatz) karren. Auf dem Markt gab es Honigameisen zu kaufen, die hiesige Spezialität. Salat ist mir lieber.


Die Gebäude sehen klein aus, und die Straßenansicht ist oft nicht besonders einladend. Aber sobald man in den inneren Teil des Hauses schauen kann, kommt die Überraschung: helle Innenhöfe, lichtdurchflutete Räume in warmen Farben mit schönen Pflanzen.





Übernachtet haben wir auf einem superschönen Campingplatz in der Nähe von Barichara, „Camping Guaimaro“.
Ein wirklich ausgefallener und schöner Platz, der einem niederländischen Paar gehört. Es gibt nicht nur eine besondere Architektur, die komplette Anlage ist ökologisch aufgebaut, und die Abwässer laufen durch eine Biokläranlage. Die Bäder sind offen, und es gibt die gemütlichste Gemeinschaftsküche, die mir bisher begegnet ist.






An der Tafel ist zu sehen, dass sich Julia, die Besitzerin, die Mühe gemacht hat, jeden Tag frisches Sauerteigbrot zu backen. Das war seit Beginn unserer Reise das erste Brot, das wieder wie Brot und nicht nach Chemie (USA) oder Kuchen (Mexiko) geschmeckt hat. Wir waren sehr dankbare Abnehmer.

Zusätzlich haben die beiden eine Gemeinschaft mit den umliegenden Bauernhöfen gegründet, um mit den Menschen aus der Umgebung die Hänge der Berge durch Nutzbäume wieder aufzuforsten, damit der Wald erhalten bleibt und die Fläche trotzdem eine Lebensgrundlage für die Menschen ist.

Vom Campingplatz kann man nach Barichara wandern (oder klettern). Das ist gar nicht so weit, aber steil. Wir haben es geschafft und sind an vielen interessanten Stellen mit toller Aussicht vorbeigekommen.








In der Stadt angekommen, hatte ich von der Anstrengung einen so roten Kopf, dass der Besitzer des ersten Hotels auf der Strecke, als er mich sah, sofort seinen Frühstückssaal noch einmal aufgemacht und uns mit Wasser und Tee versorgt hat. Und nein, ich habe keine Bilder davon gemacht! Dafür gibt es noch ein paar Naturbilder.





Unterwegs
Der Abschied von Guaimaro fiel uns nicht leicht. Schweren Herzens haben wir uns auf den Weg in Richtung Medellín gemacht. Hier sind einfach ein paar Eindrücke von unserem weiteren Weg.










Auf diesem Stück Weg sind wir durch kleine Dörfer gekommen, die so enge Straßen hatten, dass man nur mit einem Auto durchkam. Das stört die Kolumbianer natürlich nicht weiter, und sie parken auf einer Seite ihre Mopeds. Wir sind kaum, manchmal nur mit Rangieren, durchgekommen. Dann wiederum fährt man auf T-Kreuzungen zu, das Auto muss fast senkrecht in die Höhe, und oben ist die Vorfahrtstraße. Anhalten steht nicht zur Frage, hier kommt man nur mit Schwung rauf. Also machen wir es so wie die Kolumbianer: Es wird gehupt, einfach rausgefahren und gebetet, dass die anderen nachgeben. Das war tatsächlich in Kolumbien nie ein Problem.
Was wir als Nächstes gelernt haben: „kürzer ist nicht immer besser“. Das Navi hat uns eine Straße angezeigt, die uns fast 60 km gespart hätte. Aber die Nerven, die uns diese „Straße“ gekostet hat, wären noch viel mehr Kilometer wert gewesen. Zum Glück ging es abwärts, und wir konnten uns von Loch zu Loch hangeln. Nie vergessen zu beten, dass wir nirgends aufsitzen. Hoch wären wir nie mehr gekommen.

Medellin
Die Stadt liegt in einem großen Tal mit steilen Berghängen drumherum. Eingedenk unserer Erfahrung mit steilen Straßen haben wir das Auto auf einem Parkplatz außerhalb stehen lassen und sind mit dem Taxi in die Innenstadt gefahren. Vom Hotel aus haben wir dann in aller Ruhe Medellín erkundet. So ein Hotel ist auch immer eine gute Gelegenheit, sich ein paar Pakete schicken zu lassen. Das hat auch diesmal super geklappt. Alle Amazon-Pakete kamen pünktlich an. Nur eines, das wir uns aus Deutschland haben schicken lassen, ist nicht aufgetaucht; dazu erzähle ich später noch mehr.
Als Erstes hat es uns nach Zivilisation gelüstet, und wir sind shoppen gegangen. Einkaufsmalls sind hier eine ernste Sache. Sie sind groß, luftig und haben immer einen riesigen Food Court. Je nach Anlass oder Jahreszeit werden sie entsprechend üppig dekoriert.





Sonntags werden die Food Courts zu großen Sälen für die christlichen Prediger. Hier geht man nicht zu einem Gottesdienst von Beginn bis Ende. Gottesdienst ist den ganzen Tag, mit abwechselnden Predigern, und jede Familie schaut mal rein, bleibt ein bisschen, quatscht mit den Nachbarn, kauft ein und geht dann wieder.
Altstadt?
Medellín hat einen kleinen Altstadtbezirk, der meiner Meinung nach im Verkehr erstickt. Ein echtes Highlight ist ein Platz mit Bänken, Bäumen und ohne Autos, auf dem 23 Skulpturen des kolumbianischen Künstlers Fernando Botero stehen. Die voluminösen Formen geben Grund zum Lachen, und oft fängt man erst beim zweiten Hinsehen an, darüber nachzudenken (letztes Bild rechts unten). Aus gesicherter Quelle weiß ich, dass es eine Wanderausstellung der Skulpturen schon bis nach Berlin geschafft hat.










Das moderne Medellín zieht sich an den Hängen hinauf, oft ohne Straßen und nur über Treppen erreichbar. Die Häuschen sind nicht städteplanerisch angelegt worden, sondern einfach wild gebaut worden. Um die Häuser nicht wieder abreißen zu müssen und den Menschen, die dort leben, trotzdem die Möglichkeit zu geben, zu ihren Arbeitsplätzen zu kommen, hat man Seilbahnen gebaut, die die steil gelegenen Teile der Stadt mit der Innenstadt verbinden.











Überrascht haben wir festgestellt, dass in fast allen größeren Innenstädten Kolumbiens sonntags die Stadtautobahnen und Boulevardstraßen auf langen Strecken gesperrt sind, um dort für Fahrradfahrer, Inlineskater, Spaziergänger und Jogger Platz zu machen.
Comuna 13
Einer der berühmt- und berüchtigtsten Stadtteile von Medellín ist die Comuna 13. Hier tobten über Jahrzehnte hinweg die Kriege zwischen den Drogenbaronen, der Regierung und den Militärjuntas. Ich kann nicht sagen, dass ich die blutige Geschichte dahinter begreife, aber die Bevölkerung hier hatte keine wirkliche Wahl. Noch immer gibt es viele Menschen, die verschwunden sind und bis heute nicht wiedergefunden wurden. Über lange Jahre hinweg hatten die Jugendlichen hier keine großen Chancen auf eine Karriere außer Kartell oder Junta. Ich kann, will und werde nicht auf die fürchterlichen Dinge eingehen, die hier geschehen sind. Was ich aber sehr deutlich sagen kann, ist, dass sich die Bewohner der Comuna 13 aus eigener Kraft, mit viel Kreativität und Mut, aus diesem hoffnungslosen Dasein herausgearbeitet haben. Zum einen wurde mit Rapmusik und Breakdance ein Ausweg für die Kids in die Welt da draußen geschaffen. Nicht berühmt, nicht reich, aber nicht kriminell. Der wirksamste Schritt war jedoch die Öffnung für den Tourismus. Mit den Touristen, die kamen, konnten sich Restaurants, Kunsthandwerker und Souvenirläden ansiedeln. Das schafft Arbeitsplätze und bringt Geld. Der Verkauf von selbst produzierten Musik-CDs und die vielen Bühnen, an denen es Breakdance-Vorführungen gibt, erzählen von der Geschäftstüchtigkeit und dem Willen zur Veränderung.











Es lohnt sich, das Ganze mit einem Guide zu machen. Diese kommen hier aus der Comuna 13 und erzählen die Geschichte authentisch und mit Leidenschaft. Hinauf kommt man mit der Seilbahn, über lange Rolltreppen und natürlich über Stufen. Straßen für Autos gibt es keine, und manchmal sind an der Seite Dielen über die Stufen gelegt, damit die Mopeds hochfahren können. Steine, Zementsäcke, Sofas und Waschmaschinen – alles wird auf den Schultern hinaufgeschleppt. Für mich war das ein sehr bewegender Besuch und eine Lektion über die Resilienz der Menschen. Jedes Graffiti erinnert an die Herkunft der Menschen und daran, was sie gemeinsam erreicht haben.






KaffeeFarm
Auch die Kaffeefarmen rings um Medellín herum haben eine besondere Geschichte. Zur Zeit der Bürgerkriege sind viele Bauern aus dem Landesinneren nach Medellín geflohen, dort gab man ihnen Land, und sie haben ihren Lebensunterhalt mit dem Anbau von Mandarinen verdient. Der Erfolg war mäßig. Das hat sich jedoch schnell geändert, als sie von Mandarinen auf Kaffee umgestiegen sind. Auf diesen Farmen werden keine großen Massen an Kaffee produziert, jedoch kleine, aber feine Mengen hochwertiger Bohnen. Mit Führungen und Touren für Touristen aus dem nahen Medellín vervollständigt sich das Portfolio für ein auskömmliches Leben.

Nachdem wir das richtige Outfit zum Betreten der Plantage angezogen hatten, haben wir gelernt, wie Kaffeepflanzen gezogen und gesetzt werden, wie der Reifegrad einer Kaffeebohne zu erkennen ist und wie man sie am besten vom Strauch abbekommt. Dann ging es los: Wir haben Kaffee gepflückt und gesehen, wie er geschält, gewaschen und getrocknet wird. Die Röstung ist sehr speziell und wird auf den Käufer abgestimmt. Vor allem aber haben wir gelernt, wie man Kaffee richtig zubereiten kann und was alles notwendig ist.
Spoiler! Zucker ist in Kolumbien nicht notwendig. Er wird gerade noch so akzeptiert – „Touristen halt“. Aber Milch? Die Gesichter hättet ihr sehen sollen. Als ob ich nach Spülwasser für den Kaffee gefragt hätte.











Guatapé
Einen riesigen Stein, einen großen Stausee und eine Pueblo-Mágico-Stadt in den Bergen – das ist mehr als genug, um die kolumbianische Reiseleidenschaft zu wecken. Aus der Richtung Medellín erreicht man zuerst den riesigen Felsen, den „Piedra del Peñol“ (Stein von Peñol), der zwischen den Orten Peñol und Guatapé liegt. Um den 220 Meter hohen Granitmonolithen haben sich die beiden Gemeinden lange gestritten.
Die Gemeinde Guatapé wollte das Ganze forcieren und begann, mit weißer Farbe einfach ihren Namen darauf zu pinseln. Natürlich wurde das Vorhaben von den Bürgern von Peñol entdeckt und mit einer Blockade am Fuß des Felsens verhindert. Von einer Seite kann man das G und den Anfang des U noch erkennen. Allerdings wurde 1940 der Fels von der Regierung zum Nationalmonument erklärt, was eine Bemalung unter Strafe stellte. Damit war das Thema erledigt.



Heute ist der Fels eine eigene kleine Gemeinde, bestehend aus Souvenirläden, Getränkebuden und Restaurant-Hütten. Man zahlt Eintritt und kann auf einer Treppe mit 700 Stufen hinaufklettern. Je nach Wetter kann man angeblich bis zu 300 Kilometer weit schauen. Allerdings machen das gleichzeitig auch ganz viele andere Menschen. Der Begriff Ameisenstraße drängt sich auf. Mir war es schlicht zu anstrengend und zu voll. Natürlich kann man auch Hubschrauberrundflüge buchen, um die Gegend in „Ruhe“ von oben zu betrachten. Ich kann nur hoffen, dass die ganze Geräuschkulisse mit Autolärm, Hupen und Hubschrauberstarts und -landungen nicht bis nach oben dringt. Sonst ist es dort oben nicht weit her mit der Ruhe.

Guatapé ist einer der buntesten und vielfältigsten Orte, die wir gesehen haben. Es liegt an einem riesigen Stausee, der alle Arten von Wassersport erlaubt. Obendrauf werden noch Dinnerkreuzfahrten mit allen erdenklichen Motiven (Disney) angeboten. Der Malecón wirkt mit seiner Kunst fast maritim und großstädtisch.





Die Häuser im Ort sind mit Stuckreliefs verziert, die alle liebevoll bemalt sind. Die kleinen Gassen sind voll Leben und Geschäften. Nichts in diesem Ort wirkt traurig oder heruntergekommen. Alles ist gepflegt, bunt und voller Menschen. Tatsächlich gibt es ein französisches Café, das auch gleichzeitig der Hauptsitz der kolumbianischen Mountainbike-Gemeinschaft ist. Von hier aus werden geführte Bike-Touren durch die kolumbianischen Berge angeboten. Wir haben die kleinen Gassen und Läden ausführlichst erkundet und den einen oder anderen Peso in Andenken investiert.















Einschub zu Land und Leuten
Ich habe sehr viel über Touristen und volle Städte und Dörfer geschrieben. Mehr Gejammer dazu werdet ihr sicher auch noch das eine oder andere Mal von mir lesen. Aber tatsächlich: Es sind ein paar Globetrotter wie wir dabei, viele Schweizer und Deutsche, ein paar Franzosen und nur ganz wenige Amerikaner. Doch die Touristen, die hier in Massen die Wirtschaft ankurbeln, die an jedem freien Tag, jedem Feiertag und jedem Wochenende unterwegs sind, sind die Kolumbianer selbst. Sie reisen unglaublich viel und gern. Mit der ganzen Familie (inklusive Cousins und Cousinen) in mehreren Zelten oder auch mit dem Motorrad – allein oder zu zweit mit zwei Hunden – sie sind immer unterwegs. Es gibt übrigens extra Rucksäcke für die Hunde auf dem Motorrad.
Wir haben bis Kolumbien noch nie – und auch auf der weiteren Reise bisher nie wieder – so freundliche, ehrliche, offene und hilfsbereite Menschen kennengelernt wie die Kolumbianer. Sie sind weltoffen, interessiert und freuen sich über jeden „Fremden“, den sie kennenlernen. Kein Restaurant oder Laden, in dem nicht laute Musik lief. Das Wort „alleine“ hat in Kolumbien nicht viel Bedeutung. Sehr deutlich durften wir dieses Lebensgefühl auf unserem Campingplatz am Fluss spüren.
Camping La Taurete
Ein Campingplatz an einem Fluss, ohne viel Schnickschnack, aber zu einem super Preis. Hier wollten wir die Zeit aussitzen, bis unser Paket aus Deutschland im Hotel in Medellín angekommen ist. Ihr erinnert euch, die Amazon-Pakete waren alle schon da.
Wir standen direkt am Flussufer und konnten die Abkühlung in den heißen Mittagsstunden sehr genießen. Zum morgendlichen Waschen sind wir ein paar Meter flussaufwärts zu einem kleinen Wasserfall gelaufen. Hier hat sich ein tieferes Becken gebildet, das mit der natürlichen Gegenstromanlage zum längeren Schwimmen einlud. Schwimmen gegen den Strom – mal ohne Konsequenzen.
Es war sehr ruhig auf dem großen Gelände. Manchmal waren noch ein, zwei andere Camper da, aber oft waren wir allein. Die größte Aufregung war, wenn die Rinderherde von einer Seite des Flusses auf die andere getrieben wurde. Das war unter der Woche.




















ann kam das Wochenende. Freitag Nachmittag fing es an, und bis Samstag Mittag war der Platz voll. Zelte in allen Größen, Familien in allen Größen, mit und ohne Hunde, reisten an, um hier das Wochenende zu verbringen. Es gibt hier keine Distanzzone, also wurden die Zelte direkt vor oder hinter unserem Auto aufgebaut. Ganze Familiengruppen sind an unserem Auto vorbeigelaufen und haben gemeinsam die kleinen Flaggen unserer Reiseländer entschlüsselt und sich gegenseitig vorgelesen. Das klang oft wie ein Chor, der uns ein Ständchen hält. Das Erste, was bei so einem kolumbianischen Familien-Zelt-Abenteuer nicht fehlen darf, ist Essen. Also wird ein Feuer gemacht, und ein großer Topf mit Eintopf wird darauf gestellt. Einmal hat uns die Familie nebenan sogar einen Teller mit Eintopf vorbeigebracht, damit wir auch etwas haben. Wir kamen mit ganz vielen tollen Menschen ins Gespräch; sie haben oft nach dem Auto gefragt und was es ungefähr kosten würde. Es ist ein Traum ganz vieler Kolumbianer, mit einem Van reisen zu können.
Sonntagmorgen kamen dann die „Chivas“, bunt bemalte Busse mit lauter Musik und vielen Menschen. Eigentlich waren Chivas einmal Überlandbusse; durch ihr besonderes Aussehen haben sie sich allerdings immer mehr zu sehr geschätzten Partybussen entwickelt. Am ersten Wochenende waren wir noch besorgt, dass mit so vielen Menschen nachts keine Ruhe einkehren würde. Dem war nicht so – spätestens gegen 11 Uhr nachts war nichts mehr zu hören. Sonntagabend waren alle wieder weg.


Wir haben hier vier Wochen lang auf unser Paket gewartet, keine Unterstützung von DHL, obwohl wir einen Zuschlag bezahlt hatten. Natürlich mussten wir zwischendurch ein paarmal einkaufen gehen. Wir sind also hoch zur Rezeption gefahren und haben erklärt, dass wir bezahlen wollen, weil wir einkaufen gehen, aber wiederkommen möchten. Es gab ja keine Garantie, dass wir tatsächlich wiederkommen würden. Aber Geld hat die Señora erst von uns genommen, als wir schließlich abgereist sind. Die Male vorher hat sie sich einfach auf unser Wort verlassen.
Medellin die Zweite
Nach den vier Wochen hatten wir die Schnauze voll und beschlossen, weiterzufahren. Nach Medellín sind wir noch einmal zurück und haben dort neue Reifen auf das Auto machen lassen. Auch ein Ölwechsel war schon überfällig. Ein Tag, und alles war fertig, und wir sind voller Tatendrang Richtung Süden aufgebrochen. Etwa 80 Kilometer nach Medellín ist der Motor heiß geworden, und die Motorkontrollleuchte ging an. Also haben wir an einer Raststätte mit Werkstatt und Hotel Halt gemacht. Tatsächlich hat Öl gefehlt. Die Werkstatt hatte glücklicherweise das richtige Öl, und wir haben nachgefüllt und nachgefüllt und nachgefüllt. Irgendwann kam uns das dann komisch vor. Wenn so viel Öl gefehlt hätte, wären die Fehlermeldungen schon viel früher losgegangen.
Die Lösung war so einfach wie logisch: Das neue Öl war so durchsichtig, dass man es auf dem Messstab nicht sehen konnte. Jetzt war also viel zu viel drin. Aber auch da hat der Werkstattbesitzer nicht lange gefackelt, und sein Mechaniker hat dann so viel wieder herausgelassen (mit Hin- und Herfahren und gerade Stehen), bis es stimmte. An dem Tag sind wir nicht mehr weitergefahren und haben in dem Hotel übernachtet.
Bei der Weiterfahrt am nächsten Tag auf der mäßig ausgebauten Autobahn mit vielen Baustellen, ist uns aufgefallen, dass die Displayanzeige des Autos immer noch einen Ölwechsel verlangt. Den hatten wir zwar gerade gemacht (fast 2 Mal) nur ist der Bordcomputer nicht zurückgesetzt worden. Macht nichts können wir selbst. Scheibenkleister unsere OBD ließ ein zurücksetzen nicht zu. Ignoriert man aber den Bordcomputer zu lange geht er in ein Notlaufprogramm, bis er in einer Werkstatt war. Um hier viele Autofahrer aus Südamerika zu zitieren: „Sch….. Elektronik!“
Also über Google eine Werkstatt in Cali gesucht, die auch Fiat hat. Mit dem Besitzer haben wir über WhatsApp in schlechten „Spanglisch“ kommuniziert. Nach ein bisschen hin und her sagte er wir sollen am nächsten Morgen (Samstag) einfach bei ihm vorbeikommen, dann schaut er sich das an. Außerhalb von Cali haben wir ein schönes Hotel gefunden wo wir das Auto in den Hof / Garten stellen konnten. Wir hätten hier sogar im Auto schlafen können. Am nächsten Morgen sind wir in die Werkstatt gefahren und der Besitzer erinnerte sich gleich, dass er mit mir geschrieben hatte. Nach einer kleinen Wartezeit kam der Mechaniker und ich dachte nur: „Oh mein Gott, was ist denn das für einer. Der hat ja bestimmt noch nie ein europäisches Auto gesehen.“ Es hat mich schon gewundert, dass sie tatsächlich ein Gerät hatten um den Bordcomputer auszulesen. Aber auch von diesem Gerät wollte sich unser Biest nicht zurücksetzen lassen. Dann begann der Mechaniker mit Zündung ein / aus, Gaspedal durchtreten dann wieder Zündung ein / aus. Rainer hat nachgelesen was das soll und siehe da, es gibt tatsächlich auch einen mechanischen Code der den Bordcomputer zurücksetzt. Die Zeit des Gaspedal durchdrücken wurde noch mal korrigiert und nach ein paar weiteren Versuchen hat es tatsächlich geklappt. Als ich mich überschwänglich bedankt habe hat mir der Mechaniker noch lächelnd gesagt, dass man alles mit Geduld lösen kann. Und wieder was gelernt. Vorurteile lassen den Verstand schrumpfen. Kostenpunkt der ganzen Aktion ca. 20 Euro.


Die weitere Fahrt war dann glücklicherweise wieder ereignislos – abgesehen von der tollen Landschaft und der Erkenntnis, dass man wirklich alles auf einem Motorrad transportieren kann.






Ipiales
Wir sind am letzten Ort unseres Kolumbien-Besuchs angekommen: der Grenzstadt Ipiales mit der spektakulären Kirche „Santuario de Nuestra Señora del Rosario de Las Lajas“.

Die Kirche ist ein sehr beliebter Wallfahrtsort, vor allem bei der indigenen Bevölkerung. Sie liegt in einer steilen und schroffen Schlucht. Hier soll die heilige Jungfrau Maria einem indigenen Mädchen erschienen sein, das mit seiner Mutter vor einem Sturm in einer kleinen Höhle Zuflucht suchte. Das taubstumme Mädchen konnte nach der Begegnung sprechen und hören. An den vielen Plaketten und Danksagungen, die auf dem Weg zur Kirche hinunter angebracht sind, kann man erkennen, dass Besucher aus der ganzen Welt an diesen Ort kommen.










Es gibt eine Kabinenbahn vom höhergelegenen Parkplatz hinunter zur Kirche, trotzdem sind noch eine ganze Reihe von Treppen zu überwinden, und ich habe Familien gesehen, die ihre Großmutter nach einem Besuch in der Wallfahrtskirche mit einem Rollstuhl die Treppen wieder hinauftrugen. Ein kleiner Park mit Wasserfall lädt zum Spazieren und Ruhefinden ein. Was natürlich (egal wie heilig) nicht fehlen darf, ist ein kleines „Dorf“ um den Zugang herum: lauter Souvenirläden, kleine Restaurants und Leute in Trachten mit geschmückten Lamas, mit denen man sich fotografieren lassen kann.





Gedanken zum Abschluss
Südamerikaner sind große Selfie-Fans. Ich dachte, niemand könnte die Japaner oder Chinesen in dieser Kunst übertreffen. Ich habe mich geirrt. Nur wird hier nicht geduldig gewartet, bis der Nächste dran ist. Alle machen ihre Fotos gleichzeitig, und so sind sie auf den Bildern nie allein – aber das stört keinen.
Vorurteile sind eine schwierige Sache, sie lassen einen wachsam sein, aber sie machen auch Angst und verhindern so, dass man neue Menschen und Länder kennenlernt. Ich hoffe sehr, dass wir immer das richtige Mittelmaß finden werden.
Es gibt Berge und Berge. Hier in Kolumbien haben wir erfahren, dass es zwischen den Anden mit unbefestigten Straßen und steilen Steigungen und den Alpen mit ordentlichen Asphaltstraßen einen riesigen Unterschied gibt. Davon erzähle ich aber bestimmt noch viel mehr aus Ecuador, Peru, Chile und Argentinien.
In Südamerika haben wir auch eine neue Art der Kommunikation kennengelernt. Der wichtigste kommunikative Teil am Auto ist nicht das Bremslicht oder der Blinker, es ist die Hupe. Jede Situation im Verkehr hat ein bestimmtes Hupzeichen:
- Ich will vorbei!
- Ich fahre links/rechts von dir, zieh ja nicht rüber!
- Überhol doch endlich, vorne ist frei – auch wenn du es nicht siehst, ich sehe es!
- Jo, wie geht’s?
- Eh Alter, ich habe deine Mutter getroffen, es geht ihr gut.
- Wollt ihr mitfahren? (Taxi, Collectivo und Tuktuk)
- usw.
Es gibt viele andere mehr, und sie sind regional unterschiedlich. Ihr könnt euch die Verwirrung des deutschen Autofahrers vorstellen.
Kolumbien war eine wundervolle, herzöffnende Erfahrung. Ich bin sehr glücklich, dieses Land und seine Menschen kennengelernt zu haben. Ich werde jederzeit sehr gern zurückkommen.
Freut euch schon auf den Bericht aus Ecuador.
Liebe Grüße und bis zum nächsten Mal
Antje





















