Teil 1

Ich habe schon immer sehr gerne gelesen. Vor allem Abenteuerromane haben mir immer neue Welten eröffnet. Jedes mal habe ich mitgefiebert und, sehr zum Leidwesen meiner Eltern, auch schon mal die ganze Nacht durchgemacht, weil es gerade so spannend war. Es war in etwa das Pendant zum heutigen „Binge-Watching“. Natürlich habe ich in der Zeit, außer Tarzan und Mogli, auch Jack London entdeckt. Ich bekenne: Ich habe auch Karl May gelesen und fand ihn total spannend. Aber die Abenteuer aus „Ruf der Wildnis“ und „Wolfsblut“, haben mich nie losgelassen. Gedanken an Alaska, Yukon oder Klondike haben immer Fernweh bei mir ausgelöst. Diese Reise jetzt zu machen ist also ein fantastisches Wunder.
So viel zur Theorie.
Nun stehen wir an der Meile 0 des legendären „Alaska Highway“ und müssen uns erst mal hinter den vielen anderen Touristen anstellen, um ein Foto zu machen. Da muss man sich schon sehr auf die Romantik konzentrieren.

Dawson Creek

Der Alaska Highway beginnt in Dawson Creek (Dawson City kommt später). Das ist eine kleine Stadt mit zwei unterschätzten Attraktionen. Zum einem ein Museum des Post- und Telegrafenamtes aus der Zeit zwischen dem 19. und 20. Jahrhunderts, welches der „Visitor Information“ angeschlossen ist und zum anderen, direkt am Campingplatz, ein „Pionier Village“ Museumsdorf.
Das Post- und Telegrafenamt ist mit all dem ausgestattet, was damals notwendig war, um so weit draußen den Kontakt zu halten. Die Wohnung des Postlers war neben und über den Amtsräumen. Alles ist noch erhalten und mit allem ausgestattet, was so in einem Haushalt notwendig war. Vom Waffeleisen, das auf dem Holzofen verwendet wurde, bis hin zum Kochbuch für die moderne Frau aus den 40er Jahren.
Die Mitglieder des historischen Vereins haben mit viel Engagement und in liebevoller Kleinarbeit die alltäglichen Dinge zusammengetragen. Ich muss allerdings zugeben, dass die Schaufensterpuppen aus den 50er zumindest im Schlafzimmer die Sache etwas gruselig machen.
Aber entscheidet selbst:

Im „Pionier Village“ hat sich der historische Verein selbst übertroffen. Ich fand es absolut toll, dass nicht jedes Stück aus der gleichen Zeit war. Zum Beispiel ist die Feuerwache aus den 1950er Jahren und damit relativ modern, aber das Siedler Homestead ist aus den späten 1890ern.
Alles, was ausgestellt ist, sind Gegenstände, die über einen längeren Zeitraum genutzt wurden. Es handelt sich um Spenden und Leihgaben von den Kindern und Enkeln der ursprünglichen Besitzer.
Die Spanne der landwirtschaftlichen Geräte reicht vom Youngtimer John Deere Traktor, bis hin zum Felsen-Aufhebegerät mit Pferdebetrieb. Im Einkaufsladen stehen verschiedene Modelle von Küchenherden. Vom Holzherd über Gas, bis hin zu den ersten Elektro Öfen, die heute wahrscheinlich jedem Elektriker Albträume bescheren würden.
In den Wohnungen sieht man Kleidungsstücke und altes Spielzeug, sowie alte Hochzeitskleider, die gespendet und ausgestellt wurden. Modernere Schrankkoffer, die innen mit Samt bezogen sind, stehen neben groben Holzkisten, die (angeblich) mit der Mayflower ankamen. In der Schule liegen alte Lehrbücher und in der Wohnung der Lehrerin alte Jugendbücher.
Ich habe dort auch eine alte Ausgabe der Walton Brüder gesehen: „Gute Nacht John Boy“. Wir Westkinder kennen die Serie „Die Waltons“ noch gut aus den 1970er Jahren. Dieses Museum hat mir unglaublich gut gefallen und ich habe den ganzen Nachmittag mit stöbern verbracht.

Das Erstaunlichste daran war, dass für beide Museen der Eintritt optional ist und man einfach nur um eine Spende für den Heimatverein gebeten wird. Die Mindesthöhe der Spende war jedoch festgelegt. Die Menschen hier sind freundlich und höflich, aber nicht doof.

Chetwynd

Die „Visitor Information“ sind hier erstaunlich gut mit „richtigem“ Infomaterial versorgt. Es gibt natürlich viele Flyer mit Werbung von Husky Touren, Kurse zum Fliegenfischen, Helikopterflüge oder Yukon River Touren mit dem Schnellboot. Aber es gibt auch viele Hefte und Broschüren, die den Alsaka Highway Kilometer für Kilometer beschreiben und die Highlights aufführen.
So sind wir auch auf Chetwynd gestoßen. Obwohl es nicht direkt am Highway liegt, ist es eine kleine Stadt mit einem alljährlich stattfindenden internationalen Wettbewerb im Kettensägenschnitzen. In Englisch ist das Wort einfacher: „Chainsaw Carving Competition“.
Genau an dem Wochenende, an dem wir dort waren, fand der zweite Teil des Wettbewerbs statt. Die ganze Stadt ist im Fieber. Vor der Visitor Information steht die Figur einer Klavier spielenden und singenden Frau. Beim genauen hinsehen war es eine geschnitzte Lady Gaga. Da es den Wettbewerb schon viele Jahre gibt, ist die Hauptstraße durch den Ort rechts und links gesäumt von Holzfiguren. Seht selbst, ich war geplättet.

Von den Rockies waren wir da schon ein gutes Stück weg. Es ist noch hügelig mit Flusstälern, aber die Berge sieht man nur noch in der Ferne.

Fort Nelson

Die ganze Gegend um die Stadt herum war bis vor 2 Wochen gesperrt. Zwischendurch wurde sogar die Stadt evakuiert. Die Waldbrände sind dort dieses Jahr sehr früh ausgebrochen. Allerdings hatten wir Glück, denn bis wir an Fort Nelson vorbei gekommen sind, war schon alles wieder in der Normalität zurück. Was wir gesehen haben ist, dass es dort eigentlich jedes Jahr brennt.

Die Abschnitte Wald, in denen es jetzt erst kürzlich gebrannt hat, sind total schwarz. Schon jetzt, nach ein paar Wochen, sind die Gräser und das kleine Gebüsch wieder am wachsen und grün werden. Die Abschnitte, in denen es im letzten Jahr brannte, sind grüne Buschlandschaften mit schwarzen Stäben, die in die Höhe ragen.
Es ist unglaublich, wie schnell sich die Pflanzen die Flächen zurückholen. Ich habe aber keine Fotos gemacht. So gerne ich die unglaubliche Kraft der Natur gezeigt hätte, sind mir Bilder von einem Waldbrand doch zu nah am Katastrophentourismus. Auf der Strecke nach Fort Nelson haben wir einiges an Wildtieren gesehen und waren sehr beeindruckt. Was wir nicht wussten: Das war erst der Anfang.

Muncho Lake

Zwischen riesigen Wohnwägen mit 3 Zimmer Küche, Bad und Gäste WC, oder Wohnmobilen in Reisebus-Größe, mit einem Auto als Anhänger und einem Kanu auf dem Dach, haben wir unseren Weg auf dem Alaska Highway fortgesetzt.
Beim Blick auf die Nummernschilder konnten wir sehen, dass viele Amerikaner auf dem Weg nach Alaska waren. Hier ist es nicht Venedig sehen und sterben, hier ist es Alaska sehen und sterben. Die Fahrerei auf dem Highway ist nicht so gechilled, wie man es vom kanadischen Verkehr gewohnt ist. Die Dinger haben alle einen mächtigen „Bums“ d.h. wer sich an die Geschwindigkeitsbeschränkung hält, ist ein Spielverderber. Dazu kommen noch die ganzen LKW, die ihre Ladung unter Zeitdruck nach Alaska bringen müssen. Landschaft angucken ist also nur was für den Beifahrer.

Die meisten Autoverleiher in Vancouver geben keine Erlaubnis für die Fahrt nach Alaska. Aber natürlich kann man sich auch speziell dafür einen WoMo leihen. Es ist eine Frage des Preises.

Endlich hat auch das Wetter mitgespielt und wir sind am südlichen Ende des Muncho Lake auf einem kleinen Campingplatz (Strawberry Flat) der Provinz British Columbia gelandet. Es war so schön dort direkt am See mit dem wirklich perfektem Frühsommerwetter, dass wir 2 Nächte geblieben sind. Bei einer kleinen Wanderung haben wir einfach das schöne Wetter genossen.

Hier mache ich gerne einen kleinen Exkurs: Rainer und ich sind recht früh dran mit Kaffee und losfahren. Das bedeutet aber auch, dass wir mit unserer geplanten Reisestrecke schon um die Mittagszeit durch sind. Das gibt uns die Möglichkeit auf den beliebten (und sehr günstigen) „Provincial Goverment Campgrounds“, die alle „First Come, First Serve“ sind, immer noch einen schönen Platz zu ergattern. Jeden Abend so ab 17:00 Uhr wird es so lange unruhig, bis dann jeder Platz belegt ist.
Feuerholz gibt es teilweise kostenlos zum selbst spalten, oder gegen eine „Fire-Permit“. Bei Strawberry Flats wollten sie CAN $ 14 für 5 – 6 Stücke. Die Amis zahlen es halt. Aber ein Abend ohne Lagerfeuer ist undenkbar.

Liard River Hot Springs


Auf dem nächsten Abschnitt, weg vom Muncho See, hat uns die Broschüre eine heiße Quelle empfohlen. Natürlich mit Picknick und Campingplatz. Wir waren Früh genug dran und haben ein Tagesticket gekauft.
Ich hatte ja von Radium Hot Springs geschrieben, und dass ich keine Fotos gemacht habe, da es aussah wie ein ganz normales Schwimmbad. Liard River ist das krasse Gegenteil. Über einen circa 700 Meter langen Holzweg geht man über ein Sumpfgebiet, in dem es aus den umliegenden Tümpeln dampft. An der Quelle angekommen, steht ein sehr schönes hölzernes Badehaus mit Umkleide. Der Quellteich selbst ist der Hammer. Es gibt Sitzbänke und der Teichboden ist geschottert, damit keiner im Matsch stehen muss.
Der Teich hat bewachsene, natürliche Ränder und wird durch einen kleinen Bach mit kaltem Wasser befüllt. Aus dem Boden kommt das heiße Wasser der Quellen und zusammen fließt alles wieder in einem kleinen Bach in das Sumpfgebiet ab. Der Picknick und Campingplatz war eingezäunt wegen der Bären und Elche, der Teich nicht. Ich habe die ganze Zeit darauf gewartet, dass sich ein Elch zu uns gesellt. Es war perfekt. Die Natur, der Teich mit dem heißen Wasser an der Oberfläche, dem kälteren weiter unten und über allem, der leichte Duft von faulen Eiern. Schwefelquelle eben.

Watson Lake

Heute war der Tag der ersten Grenzüberschreitung in die Yukon Territories. Es war, als ob uns Yukon ganz besonders willkommen heißen wollte. Auf dem Weg nach Watson Lake haben wir mehrere Deer (zu schnell für die Kamera) gesehen. So um die 10 Mal sahen wir ein oder zwei Schwarzbären am Straßenrand, die da gemütlich im Liegen oder Stehen den Klee gefuttert haben. Leider kann ich da nicht mit vielen Fotos angeben. Das plötzliche Anhalten auf dem Highway ist aus den oben schon mal erwähnten Gründen (schnelle Wohnmobile und Trucks) nicht einfach. Bei den Bison hatten wir mehr Glück.

Uns ist aufgefallen, dass der Highway fast über die komplette Strecke nur zweispurig ist, aber an jeder Seite noch mal ein 10 Meter breiter Streifen von Bäumen und Büschen freigehalten wird. Das muss ja alles gemäht werden. Der Sinn erschließt sich jedoch ziemlich schnell. In erster Linie verhindert die baumfreie Zone, dass sich Feuer nicht so schnell ausbreiten kann. Doch auch die Wildtiere sind früher sichtbar und sie sehen früher, wenn Mensch mit dem Auto oder Truck kommt. Das rettet Leben auf beiden Seiten.
Was mit der wärmeren Temperatur so langsam in Schwung kommt, sind die Moskitos. Rainer ist da unempfindlicher, aber ich sitze lieber im Moskitonetz Pavillon.

Der Watson Lake selbst ist nicht so groß. Es gibt einen Schilderwald in dem Touristen aus der ganzen Welt, Schilder aus den Orten aufstellen, aus denen sie kommen. Ich habe vergessen ein Foto zu machen, was beweist, dass trotz aller Erholung das Gedächtnis nicht mehr das jüngste ist.

Whitehorse

Weiter auf dem Weg Richtung Alaska haben wir uns einen Wasserfall angesehen (Broschüre!!). Die Rancheria Falls sind vom Parkplatz leicht in 5 Minuten zu erreichen und es geht ausnahmsweise mal nicht erst steil bergab und dann wieder hoch. Der Rancheria River teilt sich in zwei Arme, die sehr fotogen ein paar Meter in die Tiefe rauschen.

Vor Whitehorse am Morley River haben wir dann noch mal einen unglaublichen Platz zum Übernachten gefunden. Ein offizieller Campground der Provinz mit Feuerstelle und Picknicktisch. Alles völlig kostenlos. Wir waren wieder früh genug da und hatten die freie Wahl. Dort haben wir auch zwei Recklinghauser wieder getroffen, die eine ähnliche Tour wie wir machen. Es war schön abends am Feuer die Erfahrungen auszutauschen.

In Whitehorse, der Hauptstadt der Provinz Yukon, haben wir das erste Mal den „Yukon“ gesehen. Der Fluss nachdem die ganze Provinz benannt ist. Es ist ein anderer Anblick als der Rhein bei Mannheim. Die Ufer sind unbefestigt und die Tiefe und Fließgeschwindigkeit variieren je nach Jahreszeit. Für kleinere Boote ohne weiteres befahrbar, aber große Lastkähne, wie auf dem Rhein, kann man hier nicht sehen. Heute wird hier oben alles per LKW oder Flugzeug transportiert, doch zur Goldrauschzeit hat man den beschwerlichen Weg von Whitehorse nach Dawson City mit dem Schaufelraddampfer zurückgelegt. Die „Klondike“ hat die Goldsucher und deren Vorräte in den Norden gebracht. Von dort aus ging es dann zu Pferd, Maulesel, Esel oder zu Fuß weiter zu den Laims. Tja, die Dame ist schon alt und dieses Jahr wird sie restauriert. Daher steht dort ein Bauzaun, es gibt keine Besichtigung, aber dafür einen Film für CAN $ 4,50 pro Person. Außerdem gibt es drei Ranger, die das Visitor Center bemannen und die Touristen abblitzen lassen. Immerhin gibt es Aufkleber von der Klondike.

In der Innenstadt von Whitehorse sind alte und restaurierte Gebäude mit den neuen, schlichteren bunt gemischt. Es ist alles in allem nicht so touristisch überlaufen, wie ich gedacht hatte. Es fährt eine kleine Bimmelbahn den Ortskern entlang und transportiert die fußkranken Besucher von einem Ende zum anderen. Selbst ich schlendere schneller, aber in der Bahn gibt es noch einen kleinen Livevortrag.

Im Bear Paw Stoffgeschäft, für alle Quilter und diese, die es werden wollen, bin ich in eine andere Dimension geraten. So lange, dass die Damen im Geschäft schon Mitleid mit Rainer bekamen und ihm versicherten, dass ihre Männer bei solchen Aktionen ja draußen im Auto warten würden.

Es gibt eine historische Zugstrecke von Whitehorse (Y) über Fraser (BC): Der White Pass nach Skagway (Alaska). Die Strecke geht durch eine malerisch schöne Berglandschaft und über berühmte Pässe. Der Ausflug dauert ca. 10 Stunden hin und zurück. Am Endpunkt in Skagway Alaska hat man 2 Stunden Aufenthalt zum Shoppen und Kaffee trinken. Nach Skagway führt genau eine Zugstrecke (nur Touristen), 1 Straße (nur LKW und Nachschub an Krimskrams für die Touristen) und eine Fährlinie (füge ein Touristen). Für diese 2 Stunden muss das USA Visa angebrochen werden. Ab dem ersten Grenzübertritt in die USA, fangen unsere 180 Tage an zu laufen. Auch, wenn wir dann (nach genau 2 Stunden) wieder nach Kanada zurück gehen.
Vielleicht wird die Zeit für den Aufenthalt in den USA nicht so knapp, wenn wir die Zugtour auf dem Rückweg in den Süden machen. Trotzdem mache ich mir seitdem Gedanken, wovor sich die Amerikaner da fürchten und wie eventuell eine feindliche Übernahme der USA, von Skagway aus mit einem Zug voller Touristen aussehen könnte. Dafür ist aber das Gebäude und der Fahrkartenschalter sehr hübsch renoviert.

Kusawa Lake

Eigentlich sollte hier schon Schluss sein und der nächste Blog über den Kluane Nationalpark beginnen. Aber wir sind auf einem Schild bei einem Aussichtspunkt auf dem Highway über einen See gestolpert, an dem auch zwei Provinz Campingplätze sind. 23 Kilometer Schotter und Schlaglochpiste. Das hat uns gelockt. Was kann ich erzählen… so langsam gehen mir die Adjektive aus, mit denen ich die Natur hier beschreiben kann. Schaut es Euch einfach an. Hier sind wir 3 Tage geblieben. Dass wir uns so viel Zeit lassen können wie wir wollen, ist ein wundervoller Luxus, für den ich unglaublich dankbar bin.

Alaska Highway Historie

Die Entstehungsgeschichte des Highways ist gar nicht so geradlinig, wie man es sich vorstellt. Sicherlich gab es die Trails schon in alten Zeiten. Handelsrouten der First Nations, dann die der Goldsucher und schließlich die der weißen Siedler. Aber das alles waren keinen Straße, keine Brücken über Flüsse und schon gar keine Möglichkeiten zum Befahren mit LKW und schwerem Gerät. Der Alaska Highway wurde erst 1942 gebaut. Aus dem Jahr kann man dann auch schließen, was der Grund war, dass schließlich die Finanzierung von der kanadischen und amerikanischen Regierung getragen wurde. Dass Japan im Zweiten Weltkrieg Pearl Harbor angegriffen hat, ist bekannt. Was ich nicht wusste ist, dass auch Angriffe in Alaska auf der vorgelagerten Inselkette den Aleuten stattgefunden haben. Die nahe Grenze zu Russland musste geschützt werden. Der einzige Weg zum Transport von Material und Truppen dorthin, hatte bisher nur übers Meer geführt. So begann der Bau einer Straße quer durch die Wildnis von Kanada und Alaska. Im Sommer wie im Winter. Die Soldaten, die mit dem Bau beauftragt waren, hatten massive Hindernisse zu überwinden. Auch von dort kamen nicht alle wieder nach Hause.

So, wer es bis hierher geschafft hat, der bekommt als Belohnung noch ein paar kleine aber (vielleicht) böse Bemerkungen über Campingnachbarn von mir (meine eigene Meinung, nur ich bin verantwortlich).
Habt Ihr gewusst, dass man sich mit 4 Zimmer Küche, Bad und Gäste WC auf einen kleinen Campingplatz quetschen kann? Am See natürlich. Aber im Freien ist es so kalt, oder wahlweise zu heiß, und auch sind da so viele blutgierige Mücken (Schnaken). Also bleibt man drin. Egal ob nun zu heiß ist oder zu kalt: Die Klima oder die Heizung läuft. Aber auf den kleinen günstigen Plätzen gibt es keinen Strom. Das ist gar kein Problem für den geschickten Camper. denn wozu gibt es Stromaggregate? Die machen Krach und stinken. Die sind perfekt.

Genauso wie die ATV oder die Side By Side (ATV mit Beifahrer neben- nicht hintendran) und natürlich die Motorboote. Wie gesagt, hauptsache es macht Krach. Nur so lässt sich die Natur richtig genießen. Wir haben große Wohnmobile gesehen, die nach vorn einen Gepäckträger mit Benzinkanistern und Ersatzreifen hatten. Hinten am Womo war ein Auto angehängt, das ein Boot auf dem Dach hatte. Wahlweise war am Womo hinten noch ein Gepäckträger, auf dem dann die Fahrräder standen und die Dame des Hauses kam mit dem Jeep (plus Boot) hinterher.

Dann, die arabische oder indische Großfamilie, die Sonntag gegen Mittag mit 3 Autos einen freien Platz belegt und dann für die nächsten 4 Stunden den ganzen Campingplatz mit Indischer Tanzmusik beschallt. Die Frauen und Mädels waren nur am Handy Fotos machen, entweder Selfies oder Bilder von den Kindern. Die Männer haben gegrillt, und versucht bei Ihrer Unterhaltung die Musik zu überbrüllen. Die kleinen Kids waren am schreien, mal vor Freude, mal aus Ärger und die größeren Jungs haben Stein-Weitwerfen in den See gemacht, egal ob da gerade einer mit dem Kanu kam oder nicht.

An diesem Tag habe ich eine Lektion in kanadischem Gleichmut gelernt. Nach 4 Stunden waren sie wieder weg. Der Platz sauber und aufgeräumt. Hätte es sich gelohnt der Familie und mir den Tag zu versauen und sich aufzuregen? Nö, hätte es nicht. Oh weh, ich bin doch deutscher als ich dachte.
Es sind die Unterschiede die das Reisen spannend machen. Deshalb sind wir unterwegs.

Bis bald mit Geschichten aus dem Kluane Nationalpark

Liebe Grüße Antje und Rainer.

PS: Lasst einen Like da. Da freut sich die Statistik.


8 Antworten zu „Alaska Highway“

  1. Avatar von jibayer
    jibayer

    einen Like…..soviel Likes wie ich abgeben möchte gibt es auf der Welt nicht…toll, atemberaubend, wundervoll, die Landschaft sowieso und alles andere auch. Ich würde wahrscheinlich die ganze Zeit schreiend durch die Gegend rennen vor Begeisterung 😂🙈❤️❤️❤️

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    1. Avatar von aammlung

      So der Rechner hat wieder Internet. Verstehe ich sehr gut. Ich nerve Rainer schon immer wenn ich ihm beim Autofahren die Hand vors Gesicht halte und zeige: „schau mal da ein Berg, schau mal da ein Bär und da rechts ist ein toller See.“ Es ist einfach unglaublich.

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  2. Avatar von karstenwiesemeier
    karstenwiesemeier

    …immer wieder atembraubend – die Fotos; Hammer!!! Lasst es Euch weiter gut gehen.😎🤠🥳

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    1. Avatar von aammlung

      Danke! Werden wir bestimmt tun.

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  3. Avatar von Pumuckl
    Pumuckl

    Danke für die tollen Fotos und den ausführlichen Bericht. Ich rätsele aber immer noch, was „höflich, aber nicht doof“ bedeuten könnte 😉😂🤔

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    1. Avatar von aammlung

      Ich weiß was Du meinst. Erst im zweiten Anlauf konnte ich das subtile Vorgehen der Kanadier erkennen. Sie sind ja nicht so unhöflich (was es für uns nicht wäre) von den Besuchern und Gästen, die in ihre Stadt kommen Geld für einen Verein zu verlangen. Also eine Spende. Jetzt könnte aber einer auf die Idee kommen ein Dollar sei genug, was es natürlich nicht ist. Also wird ein deutliches Schild hingestellt wo drauf steht, dass eine Spende für den Verein 10 Dollar beträgt. Das ist was den E-Mail Verkehr mit USA und Kanada noch viel mehr so kompliziert für uns Deutsche macht. Es benötigt viel mehr Schnörkel um die Sätze drum rum.

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  4. Avatar von heikofaenger
    heikofaenger

    Wow, tolle Bilder. Und endlich wohl auch besseres Wetter. Wir freuen uns schon auf Euren nächsten Bericht. Liebe Grüße Annette und Heiko

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    1. Avatar von aammlung

      Hallo Heiko, ja das Wetter war zwischendurch besser. Hier in Alaska ist es aber wieder sehr feucht. Trotzdem ganz toll und vor allem gibt’s hier viel frischen Fisch. Ich hoffe es geht Euch gut. LG Antje

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