Ecuador


Lange haben wir uns einen Kopf gemacht, ob wir überhaupt auf die Inseln reisen sollen. Die Preise, die wir online recherchierten, haben uns den Atem verschlagen. Alles waren irgendwie Kreuzfahrten, bei denen es im unteren Segment immer noch bei um die 1.500 € pro Person losging. Das für 5 Tage, bei denen die 2 Tage An- und Abreise noch wegfallen. Mit Flug, dem Eintritt in den Nationalpark und den Unterbringungskosten für das Auto kamen wir in Preisregionen, die wir schweren Herzens einfach so nicht tragen wollten. Was man bei der Rechnung auch nicht vergessen darf: Die Kreuzfahrten sind auf Taucher und Schnorchler ausgelegt (wovon wir beide keine Ahnung haben) und ob wir die Schifffahrerei vertragen oder ob wir nur über der Reling hängen würden, um die Fische zu füttern, konnten wir auch nicht abschätzen.

Schon allein der Eintritt in den Nationalpark Galapagosinseln kostet 200 $ pro Person. Er wird bezahlt, wenn man aus dem Flugzeug aussteigt. Sonst kommt man gar nicht erst aus dem Flughafen raus.

Lange Zeit waren wir einfach hin- und hergerissen. Zwischen dieser „Once in a Lifetime“-Chance und dem „Nicht zu den Konditionen“ kamen wir einfach zu keinem Ergebnis. Die Lösung flog uns im Gespräch mit einem jungen Schweizer Pärchen zu. Beide auch keine Taucher. Die Alternative: Man benutzt die „Öffis“, um von einer zur anderen Insel zu kommen, und bucht sich dort einfach eine Unterkunft. Taxis und Supermärkte gibt es auf den Inseln.

Fazit: Also kein Kreuzfahrtschiff, aber Flug, Hotel mit Gemeinschaftsküche, Taxi und Tagesausflüge. Das funktioniert einwandfrei. Auf Santa Cruz konnten wir die komplette Stadt zu Fuß abklappern und zu den weiter entfernten Punkten sind wir Taxi gefahren. Am Hafen, der 10 Fußminuten von unserem Hotel entfernt war, starteten die Fähren und die Tagestouren zu den anderen Inseln. Mit diesen „Einsparungsmaßnahmen“ konnten wir 11 Tage auf Galapagos bleiben und noch zwei Tagesausflüge machen, ohne unser Budget zu sprengen. Davor seekrank zu werden, konnte uns das aber auch nicht retten.

Isla Santa Cruz

Als Hauptstandort haben wir die Insel Santa Cruz gewählt. Zum einen sind hier Fauna und Flora am vielfältigsten (sagt der Reiseführer) und zum anderen bietet die Stadt Puerto Ayora alle notwendigen Geschäfte, Tourenbüros und das Darwin Center.
Den ersten Gänsehautmoment hatten wir schon in der Abflughalle am Flughafen in Quito, als uns bewusst wurde, dass tatsächlich Galapagos als Ziel auf der Anzeigetafel steht. Der Flughafen dort liegt am nördlichsten Ende von Santa Cruz auf einer kleinen Insel und damit war es auch schon die erste Bootsfahrt mit Klettern, Kopf einziehen und Gewackel.

Das Begrüßungskomitee zeigt deutlich, hier ist irgendwie alles etwas anders.

Puerto Ayora

Das Zentrum und der Dreh- und Angelpunkt dieser Stadt sind der kleine Hafen und der Malecón, die Hafenpromenade. Alle Restaurants, Geschäfte, Touren- und Reiseveranstalter sind hier zu finden.

Immer unterbrochen von Blicken auf das weite Meer (mit Felsenbewohnern) oder winzige Parks mit künstlerischer Gestaltung.

Beim ersten Stadtbummel merkt man sehr schnell: Hier sind die Hauptakteure die Pflanzen und Tiere, alle anderen nehmen darauf Rücksicht. Menschen werden meist mit einem schweren Seufzer ignoriert.

Ein echtes Highlight ist ein kleiner unscheinbarer Platz, der als lokaler Fischmarkt dient. Hier legt man sich als Seehund auch schon mal auf die Lauer, bis die Boote wiederkommen.

Jeder, der schon mal einen Hund hatte, kennt diese Situation genau. Hier wird man dem Namen Seehund gerecht und es zeigt sich, dass nachdrücklich um Futter betteln in den Genen liegt.

Natürlich stehen auch alle anderen bereit, es fällt ja doch immer mal was ab. Die Fischer und Fischverkäufer sehen es gelassen. Die Tiere übernehmen die Abfallbeseitigung und locken Touristen an, die wiederum Fisch kaufen. Ein funktionierender Kreislauf.

Erlebenswert sind natürlich auch der Fährhafen und das Pier. Dazu muss man sagen: Die Fähren und Wassertaxis sind für 10 bis 50 Leute ausgelegt. Alle Boote, die größer sind, liegen draußen vor dem Hafen und werden mit den Wassertaxis versorgt. Die Plattformen zum Anlegen der Wassertaxis sind schwimmend an vier festen Pfeilern festgemacht. Man kann also schon beim Zuschauen, wie die Leute von der wackeligen Plattform in das noch wackeligere Boot einsteigen, sofort erkennen, wer Tourist und wer Einheimischer ist. Gott sei Dank sind die Menschen hier den älteren Generationen gegenüber noch höflicher und hilfsbereiter, so habe ich immer eine Hand zum Einsteigen bekommen und bin nicht im Hafenbecken gelandet. Knapp war’s das eine oder andere Mal.

Auch hier wird abwechslungsreiche Unterhaltung geboten. Die Schildkröte, die Algen an der Plattform der Wassertaxis abfrisst, die Seehunde, die hier super bequem zum Trocknen liegen oder nachts die Weißspitzen-Riffhaie, die zwischen den Plattformen auf die Jagd gehen – alles zum Nulltarif.

Die Darwin Station

Ein kleiner Spaziergang zum Stadtrand führt zur Darwin-Station. Hier gibt es ein kleines Museum, das über die Arbeit und die Erkenntnisse daraus erzählt. Zudem gibt es noch eine Landschildkröten-Aufzuchtstation, in der Schildkröten für die Auswilderung hier und auf anderen Inseln großgezogen werden. Der Besuch der Schildkrötenanlage ist nur mit einem Guide erlaubt und beginnt mit einem Rundgang durch die inseltypische Landschaft. Zuerst bekommen wir die typischen Pflanzen der Insel und auch ein paar kleinere Bewohner zu sehen.

Interessant ist auch: Es gibt kein größeres Raubtier auf den Inseln, die gibt es nur im Meer. Trotzdem ist die Insel nicht ohne Gefahren. Es existiert eine Baumart, die eigentlich in der Karibik heimisch ist. Der Baum wurde von Menschen (warum auch immer) auf den Galapagosinseln eingeführt. An ihm ist alles giftig. Drunter sitzen: Ausschlag, berühren: stärkerer Ausschlag, den Saft berühren: Verätzungen und die Früchte essen – na ja, macht man nur einmal. Der treffende spanische Name „Manzanilla de Muerte“ heißt übersetzt „Äpfelchen des Todes“.
Dann geht es zu den Schildkröten. Hier auf Santa Cruz gibt es zwei einheimische Arten. Die einen haben einen Panzer, der relativ rund ist und am Hals der Schildkröte flach bleibt. Sie sind auch noch in großer Zahl auf der Insel zu finden. Dazu mehr beim Besuch des Schildkröten-Sanktuariums. Die andere Art hat einen hohen Panzer, der am Hals der Schildkröte stark nach oben geht. Er sieht aus wie ein Sattel und die frühen spanischen Eroberer haben ihn sogar als Sattel benutzt.

Darwin stellte als Erster die Theorie auf, dass die Tiere auf den verschiedenen Inseln, wenn sie sich nicht mit der gleichen Art mischen konnten (zu viel Meer dazwischen), genetisch eindeutige Unterschiede aufwiesen. Heute ist das bewiesen. Die Erkenntnis, wie einzigartig diese Region ist, hat das Überleben der meisten Arten gewährleistet. Heutige Bemühungen der Wissenschaft ermöglichen es sogar, Arten wieder an den Orten anzusiedeln, an denen sie fast ausgestorben waren. Erst kürzlich, im Februar 2026, wurden auf der Insel Floreana Schildkröten ausgesetzt, damit sie in ihrem ursprünglichen Habitat wieder heimisch werden können. Sie stammen aus den Zuchtprogrammen der Darwin-Stiftung. Warum sie ausgestorben sind? Na ja, da gibt es eben das größte Raubtier der Erde. Die Seefahrer haben die Schildkröten eingesammelt und gegessen. Sie halten es lange ohne Wasser und Futter aus, so waren sie die perfekte Verpflegung an Bord.

Dem hier hat es leider nicht mehr genutzt. Das ist „Lonesome George“, die letzte Schildkröte der Insel Pinta. Er war der Letzte seiner Art und starb 2012 mit ca. 100 Jahren. Bis zu seinem Tod wurde er von den Pflegern hier in der Darwin-Station gepflegt und umsorgt.

Noch zwei kleine, aber interessante Fakten zum Abschluss:

  1. Man hätte George zwar kreuzen können, aber seine DNA (Insel Pinta) gab es in keiner weiblichen Schildkröte mehr.
  2. Die erwachsenen Schildkröten zur Auswilderung auf Floreana wurden erst mal 6 Monate lang ausschließlich mit Futter von dieser Insel gefüttert, damit sie alle Reste des Futters aus der Aufzuchtstation, d. h. von anderen Inseln, ausgeschieden hatten, bevor sie einen Fuß (bzw. ihren Po) auf Floreana setzen durften.
Das Schildkröten Sanktuarium

So und weil wir jetzt schon bei Schildkröten sind, geht es auch gleich mit Schildkröten weiter. Auf Santa Cruz findet sich in der Mitte der Insel ein natürliches Wald- und Wiesengebiet. Es ist feuchter und liegt etwas höher als die Küstengebiete. Bevor die Inseln zum Schutzgebiet und Nationalpark wurden, haben sich hier vorrangig Farmer mit Rindern angesiedelt. Ein paar Farmen gibt es immer noch, aber die Größe der Herden ist stark begrenzt. Gerade so, wie es eben auf der Insel gebraucht wird.

Besser lässt sich das Geld mit den Touristen und den Schildkröten verdienen. Die Schildkröten sind wild und laufen dahin, wo es ihnen gefällt und sie ihre Ruhe haben. Also wird die natürliche Fauna auf den eigenen Weiden gepflegt und gehegt, kleine Tümpel und Wasserlöcher werden offengehalten und das Betreten ist nur mit Führung und einem Guide erlaubt. So ist sichergestellt, dass keiner die Schildkröten belästigt und sie nach kleinen Ausflügen auch wieder zurückkommen. Für mich ein schönes Beispiel dafür, dass man mit der Natur in Einklang leben und trotzdem Profit machen kann.

Die erste Begegnung mit den großen und langsamen Tieren ist oft schon, bevor man überhaupt in ein Sanktuarium kommt, nämlich auf den Straßen. Auch auf der vielbefahrenen Hauptstraße zwischen dem Flughafen und der Stadt Puerto Ayora. Hier fahren nicht nur hunderte Autos, Taxis und Busse, hier laufen auch die Schildkröten über die Straße. Sie brauchen ihre Zeit und jeder muss warten, denn schnell mal 150 Kilo Schildkröte aus dem Weg heben geht auch nicht.

Die Panzer einiger der (wie man uns versichert hat) durch natürliche Ursachen gestorbenen Schildkröten sind hier ausgestellt. Es ist vor allem für die Kids eine riesige Gaudi, in die Panzer zu kriechen und sich vorzustellen, sie seien die „Ninja Turtles“. Nicht, dass der ein oder andere Erwachsene nicht auch sein Glück versucht hat.

Landschildkröten können nicht schwimmen, aber sie können ihre Lungen mit Luft vollpumpen und so treiben. Am liebsten mögen sie aber das „Schlamm-Spa“.

Auch eine geologische Besonderheit ist auf den Galapagosinseln sehr gut zu beobachten. Normalerweise sind wir es gewohnt, in den Bergen Reste der Lava zu sehen, die in dem Vulkan hochgestiegen ist. Das Gestein der oberen Erdschichten war weicher und ist schon erodiert, während die Lava, die aus dem härteren Gestein der unteren Erdschichten stammte, noch nicht abgetragen wurde. So wie auf dem Bild (nicht Galapagos) etwa.

Hier auf Galapagos ist es genau umgekehrt. Die erkaltete Lava ist verschwunden, aber der Kanal, durch den sie geflossen ist, existiert noch. So wie hier als Tunnel, den man erkunden kann, oder als Schlucht bzw. Kanal im Meer, den ich auf der Isla Isabela sehen konnte.

Wohnort und Zuflucht für viele Eulen, die voller genervter Herablassung auf die Touristen schauen.

Tortuga Bay

Zur Tortuga Bay gelangt man mit einer kleinen Wanderung durch einen naturbelassenen und geschützten Küstenstreifen der Insel. Der Weg ist bequem gepflastert, denn über die scharfkantigen Lavafelsen kann man kaum laufen. Am Anfang des Weges kamen wir an einer Schlucht vorbei, die nichts anderes war als ein ehemaliger Lavakanal, bei dem die Decke eingefallen ist.

Es gibt kaum Bäume auf dieser Seite der Insel und wenn man welche sieht, sind es eigentlich Kakteen.

Die Tortuga Bay hat einen riesigen, weißen Sandstrand, der immer wieder durch schwarze Lavafelsen unterbrochen ist. Hier gibt es unzählige Meerechsen, die sich nach dem Weiden unter Wasser wieder aufwärmen und ausruhen. Die sonnengewärmten, schwarzen Felsen sind dazu bestens geeignet. Rainers Fuß nur mal zum Größenvergleich.

In der großen Bucht hat ein ziemlich kalter Wind gepfiffen und das Wasser hat auch nicht zum Baden eingeladen. Allerdings gibt es eine kleine angelagerte Bucht, die zum Meer hin ziemlich geschlossen ist. Hier war kein Wind und das Wasser warm und ruhig. Genial zum Schwimmen und mit der Taucherbrille kann man zwischen den Mangroven auch den ein oder anderen Weißspitzen-Riffhai sehen. Die sind sehr gechillt und finden Menschen nicht zum Anbeißen.

Wer nicht zur Stadt zurücklaufen will, kann mit dem Wassertaxi fahren, das ein Stück weiter vorn in der Bucht anlegt. Eine Mitarbeiterin spaziert an der kleinen Bucht entlang und fragt alle Leute ab, ob sie mit dem Wassertaxi fahren wollen. So fährt jede Stunde ein volles Boot von Tortuga Bay nach Puerto Ayora. Wir haben uns auch für das Wassertaxi entschieden.

Auf dem Weg zur Anlegestelle sind wir an den beiden Hübschen hier vorbeigekommen. Eines der Wahrzeichen der Galapagosinseln: die Blaufußtölpel. Er hatte ihr gerade eine schöne Krabbe gefangen und hat mächtig damit angegeben. Wenn ihr genau hinseht, haben die Männchen richtig kräftig blaue Füße, die Füße der Weibchen gehen eher ins Türkis und sind etwas blasser.

Die Fahrt im Wassertaxi war gelinde gesagt abenteuerlich. Aus der ruhigen Bucht raus ging es in das sehr unruhige offene Meer. Bis wir nach ca. 20 Minuten wieder im ruhigeren Hafen waren, machte der Gleichgewichtssinn Kapriolen und es wurde klar, dass ich die Tagesausflüge zu den anderen Inseln alleine machen würde.

Isla Espanola

Der erste Tagesausflug, den ich gemacht habe, ging zur Isla Española. Dort und nur dort ist eine Meerechsenart heimisch, die nicht grau/schwarz, sondern rot/schwarz ist. Außerdem gibt es eine Lagune mit Flamingos und bei einer Schnorchel-Exkursion Riffhaie zu sehen. Es war ein windiger Tag und trotz Tabletten gegen Seekrankheit hatte ich zu kämpfen. Beim Fotografieren der Meerechsen habe ich auf dem wackeligen Boot gestanden und einfach auf die Felsen gezielt. In der Hoffnung, es ist eine mit drauf.

Na ja, ich kann keine finden, aber Natur kann man nicht zwingen. Ich nehme an, sie waren alle zum Essen.

Beim Schnorcheln habe ich meine persönliche Niederlage erlebt. Natürlich war ich zu stolz, eine Schwimmweste anzuziehen, was mir das Überwasserbleiben leichter gemacht hätte. Zum anderen hatte ich mir eine schicke Brille zum Schnorcheln gekauft, bei der man durch die Maske atmet und keinen Schnorchel mehr in den Mund nehmen muss. Der Schnorchel der Maske war so kurz, dass ich bei dem kabbeligen Wasser dauernd Wasser im Mund hatte (bläh!). „Last but not least“ habe ich nicht gut genug aufgepasst und es hat mich auf einen Felsen (Riffhaie) gespült, an dem ich mich dann noch ordentlich geschnitten habe. Panik setzte ein und ich bin auf dem Rücken (Gesicht weg von den Wellen) zurück zum Boot geschwommen. Sehr peinlich. Als die anderen dann nachkamen und ich ihnen erzählte, was los war, sagten sie: „Panic? Nah, you looked like a seal swimming by.“ Damit kann ich wiederum gut leben und sie haben mir ein paar Unterwasserbilder abgegeben. Riffhaie waren zu sehen, aber zu schnell, um sie zu fotografieren.

Der Landgang war wieder sehr interessant. Die Lagune war klein und es hatte kaum Flamingos, aber Seehunde, die völlig ungestört von uns Menschen dort herumlagen. Sie sind mit ihrem braunen Fell so gut in den Felsen getarnt, dass man fast über sie stolpert. Wir konnten hier auch brütende Blaufußtölpel beobachten.

Bei diesem Ausflug hat sich ein sehr nettes Paar um mich gekümmert (die Einzige, die kaum Spanisch konnte) und ratet: Genau, es waren Kolumbianer. Die nettesten Menschen auf den Kontinenten Amerikas.

Isla Isabella

Für die Überfahrt nach Isabela habe ich den öffentlichen Nahverkehr genutzt. D. h. ein größeres Wassertaxi, das ca. 40 Leute fasst. Diesmal war ich mit besseren Reisetabletten ausgerüstet. Ich habe sie rechtzeitig genommen und habe meinen Platz in der hinteren Mitte des Bootes verteidigt. Die Strategie war erfolgreich und ich bin nach zwei Stunden Bootsfahrt ausgeschlafen und ohne Übelkeit auf Isabela angekommen.

Die Insel hat auf der Oberfläche mehr Sand als Felsen und ich habe festgestellt, dass nicht nur Menschen den warmen und weichen Sand lieber mögen. Um Parkbänke will man sich allerdings nicht streiten. Nicht, wenn man einmal das Gebiss dieser Wonneproppen gesehen hat.
Mit der speziellen Touristenbus-Variante ging es dann weiter zur Schildkrötenaufzuchtstation.

Diese Aufzuchtstation hat sich besonders auf die Nachzucht von Schildkröten anderer Inseln spezialisiert. Von dieser Station stammen auch die kürzlich auf Floreana ausgewilderten Schildkröten. Es sind immer mehrere Wissenschaftler und eine ganze Reihe von Volontären dabei, die Schildkröten zu versorgen. Man hat uns explizit darauf aufmerksam gemacht, dass man in jedem Alter als Volontär dort arbeiten könnte. Da die Regierung keinen Zuzug auf die Galapagosinseln zulässt, ist das die einzige Möglichkeit, für längere Zeit dort zu wohnen.

Auch hier gibt es eine Lagune mit Flamingos. Dieses Mal konnten wir sie besser sehen. Die Schar ist allerdings stark bedroht. Als die Menschen sich hier ansiedelten, haben sie ihre Haustiere mitgebracht. Während Hunde die Vogelwelt nicht so sehr beeinflussen, tun das Katzen sehr wohl. Sie zerstören die Brut der Flamingos. Es wird laut darüber nachgedacht, wie man die Katzen von der Insel entfernen kann.

Alles in allem hat die ganze Insel so einen Surfer-Vibe. Der Sandstrand, die Hotels mit den „Beach-Bar“-Außenbereichen, das machte alles einen sehr relaxten Eindruck.

Zum Abschluss ging es mit dem Boot zu der felsigen Seite von Isabela. Hier leben die am nördlichsten vorkommenden Pinguine der Welt.
Vorbei an einer Kolonie Blaufußtölpel und einem Muschelsucher.

Es ist eine kleine Felseninsel, auf die man nur als Wissenschaftler oder Ranger darf. Was soll ich sagen. Entweder waren wieder gerade alle beim Essen oder gut versteckt. Kleine schwarz-weiße Pinguine auf diese Entfernung zwischen schwarz-weißen Felsen zu finden – das war mir nicht vergönnt.

Hier gibt es einen schönen Lavakanal ohne Decke, der die Tiere vor dem unruhigen Meer schützt. Die Wachhunde am Eingang ließen uns ohne größeres Gedöns durch.

Die Riffhaie im Kanal kann man leider nicht so gut sehen, aber die Schildkröte hat sich gut in Pose gesetzt.

Es gibt hier eine eigene Art von Meerechsen, nicht die rot/schwarzen, aber die gold/schwarzen. So langsam kann ich nachfühlen, wie begeistert Darwin hier war. Allein, was sich alles auf so einem einfachen Lavafelsen ansiedeln kann.

Dann ging es wieder zum Schnorcheln. Ich habe gekniffen, mir steckte der letzte Versuch noch in den Knochen. Blöd, denn dieses Mal war das Meer ruhig wie ein See und zwischen den Mangroven hat sich einiges getan. Ich hatte die GoPro dabei und der Guide hat einige schöne Aufnahmen gemacht. Die haben sie dann über WhatsApp verteilt und es war für alle ein erfolgreicher Tag.

Zum Abschluss bleibt nur noch zu sagen: Die Galapagosinseln sind wirklich voller Wunder, einfach großartig und faszinierend. Es ist außerdem wirklich beeindruckend zu sehen, mit welchem Engagement sich die Menschen und die Regierungen für den Erhalt dieser einzigartigen Natur einsetzen. Vergesst mein Gejammer zu Beginn des Beitrags wegen des Eintrittspreises für den Nationalpark. Er ist gerechtfertigt und der Besuch dort ist jeden Cent wert.

Ich verabschiede mich nun und hoffe, es hat Euch gefallen. Bleibt dabei, das nächste Land auf unserer Reise ist nicht minder spannend.

Bis bald in Peru. Liebe Grüße
Antje


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